Bayern"Donna Maria" soll sich in Richtung Marienhof graben

Neun Jahre nach dem Beginn der Arbeiten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München soll die erste große Bohrmaschine mit dem Tunnelgraben beginnen. Wie sie zu ihrem Namen kam.
München (dpa/lby) - Die 178 Meter lange Tunnelbohrmaschine für die zweite Münchner S-Bahn-Stammstrecke hat jetzt offiziell einen Namen. Bei einer Internet-Abstimmung habe der Name "Donna Maria" die meisten Stimmen erhalten, teilte die Bahn mit. Mit rund 59 Prozent habe sich der Name gegen die zwei weiteren Vorschläge im Finale des Wettbewerbs, "Martha" und "Anna", durchgesetzt.
Welche kuriosen Vorschläge es nicht ins Finale schafften
Insgesamt seien mehr als 1.000 Namensvorschläge eingegangen, teilte die Bahn mit. Für "Begeisterung und Erheiterung" hätten in der Jury dabei auch Ideen wie "Monaco Franzi", "Resi", "Rosi", "Wühtraud", "Ingebohrg", "Tunella" oder "Isarbella" gesorgt, hieß es.
Der Name "Donna Maria" sei dabei gleich viermal unabhängig voneinander vorgeschlagen worden, teilte die Bahn mit. Donna steh dabei für den Startpunkt an der Donnersbergerbrücke, Maria für das Ziel an der künftigen Haltestelle Marienhof. Eine Teilnehmerin argumentierte zudem, der Name spiele auf München als nördlichste Stadt Italiens und auf Maria als Schutzpatronin Bayerns an.
178-Meter-Bohrer soll Rettungsstollen graben
Die 178 Meter lange und rund 700 Tonnen schwere Maschine soll vom 17. September an bei der Donnersbergerbrücke etwa drei Kilometer weit bis zur im Bau befindlichen Haltestelle Marienhof in der Innenstadt graben - mit bis zu acht Menschen an Bord.
Es geht dabei aber nicht um eine der Röhren, durch die in den späten 2030er Jahren einmal S-Bahnen fahren sollen - sondern um einen Erkundungs- und Rettungsstollen. Die neue Tunnelroute zwischen Laim und Ostbahnhof soll einmal die vielbefahrene und störanfällige Stammstrecke entlasten, durch deren Tunnel seit 1972 der Großteil der Münchner S-Bahnen fahren.
Zweite Chance für erfolglose Einsendungen?
Insgesamt entstehen sechs Tunnelröhren für die zweite Stammstrecke. Der Vortrieb für den ersten Verkehrstunnel soll laut Bahn voraussichtlich 2028 starten. Da für den Tunnelbau insgesamt auch sechs Tunnelbohrmaschinen eingesetzt werden, könnten also auch die jetzt ausgemusterten Namensvorschläge noch eine zweite Chance bekommen. Wie die Maschinen zu ihren Namen kommen sollen, will die Bahn aber erst später bekanntgeben.