BayernGlutnester erschweren Löscharbeiten am Saurüsselkopf

Trotz gelöschtem Feuer kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Glutnester am Saurüsselkopf. Besonders das steile Gelände stellt sie vor Herausforderungen.
Ruhpolding (dpa/lby) - Der Kampf gegen den Waldbrand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding bleibt trotz erster Erfolge schwierig. Nachdem die Einsatzkräfte das offene Feuer am Donnerstag gelöscht hatten, konzentrieren sich die Arbeiten nun zunehmend auf die Bekämpfung zahlreicher Glutnester in steilem und schwer zugänglichem Gelände. Der Einsatz laufe weiter planmäßig, teilte das Landratsamt Traunstein mit.
Viele der Glutnester sitzen jedoch tief im Wurzel- und Bodenbereich und müssen von Hand freigelegt und gezielt abgelöscht werden. Dazu sind Bodentrupps teils nur zu Fuß und mit alpiner Sicherung im Einsatz. Unterstützt werden sie von der Bergwacht, die die sichere Begehbarkeit beurteilt und Einsatzkräfte in besonders anspruchsvollen Bereichen begleitet. Hubschrauber, Drohnen und Bodentrupps arbeiten weiterhin koordiniert zusammen. Die Drohnenaufklärung soll helfen, schwer erreichbare Bereiche für die weiteren Maßnahmen zu priorisieren.
Wetterlage bleibt problematisch
Am Donnerstag war es den Einsatzkräften nach tagelangem Kampf gegen die Flammen gelungen, das offene Feuer zu löschen. Zeitweise waren fast 300 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten beteiligt.
Derzeit sei vor allem in Ruhpolding noch Rauch- und Brandgeruch wahrnehmbar. Wer entsprechendes rieche, solle Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftungs- und Klimaanlagen möglichst abschalten und den Aufenthalt im Freien vorsorglich reduzieren, heißt es vom Landratsamt. Besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten aufmerksam sein.
Zumal die Wetterlage problematisch bleibt: Für das Wochenende werden weiterhin trockene, warme und windige Bedingungen erwartet. Unterirdische Glutnester könnten deshalb jederzeit erneut aufflammen. Insgesamt würden die Nachlöscharbeiten noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Einsatz der Bundeswehr verlängert
Der aktuelle Einsatz der Bundeswehr wurde zunächst bis kommenden Montag bewilligt. Das bestehende Betretungsverbot einschließlich der Straßensperre der B305 bleibt nach Angaben des Landratsamts voraussichtlich mindestens bis Anfang kommender Woche bestehen. Viele Brandstellen seien nur schwer oder teilweise gar nicht erreichbar.
Das Feuer war am Sonntagabend entdeckt worden. Laut Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) handelt es sich um einen der größten Waldbrände, "die wir in Bayern in den vergangenen Jahrzehnten erlebt haben". Die Ursache ist weiterhin unklar.