ThüringenGericht spricht Mann vom Vorwurf des Kokainhandels frei

Ein 58-Jähriger wird im Prozess um mutmaßliche Mafia-Drogengeschäfte freigesprochen. Die Richter haben Zweifel an seiner Beteiligung am Kokainhandel.
Erfurt (dpa/th) - Im Prozess um mutmaßliche Drogengeschäfte der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta ist einer der beiden Angeklagten vom Landgericht Erfurt freigesprochen worden. Das Verfahren gegen den 58-Jährigen war zuvor abgetrennt und der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben worden. Die Richter hegten Zweifel daran, dass er an einem Drogengeschäft beteiligt gewesen war.
Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann, der italienischer Staatsbürger ist und seit Jahren in Nordrhein-Westfalen lebt, Kokainhandel vorgeworfen und laut MDR Thüringen drei Jahre Haft gefordert. Das Urteil ist nach Gerichtsangaben bislang nicht rechtskräftig. Im Prozess hatte der 58-Jährige zwar Kontakt zu dem Hauptangeklagten eingeräumt, dabei sei es aber um ein Gutachten zu einem Unfallauto gegangen.
Prozess gegen Hauptangeklagten geht weiter
Der Prozess gegen den 31 Jahre alten Hauptangeklagten wird am kommenden Freitag fortgesetzt. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft vor allem den Handel mit etlichen Kilogramm Kokain im Zeitraum von Mitte 2022 bis Februar 2025 sowie die Mitgliedschaft in der 'Ndrangheta vor. Der Italiener soll etwa von der "Familien-Zentrale" der 'Ndrangheta in Erfurt aus den Umschlag der Drogen organisiert haben.
Die 'Ndrangheta gilt Interpol zufolge als eine der einflussreichsten und mächtigsten Mafia-Gruppierungen der Welt. In Thüringen rechnen Experten eine untere zweistellige Zahl an Menschen der italienischen Organisierten Kriminalität zu. Die Anzahl soll sich seit mehreren Jahren auf einem recht konstanten Niveau bewegen.