BayernSchriftstellerin Grünzweig erhält Rainer-Malkowski-Preis

Der Rainer-Malkowski-Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und nicht nur deshalb bei Schriftstellern sehr begehrt. In diesem Jahr darf sich eine Autorin freuen, die seit 37 Jahren in Finnland lebt.
München (dpa/lby) - Der mit 30.000 Euro dotierte Rainer-Malkowski-Preis geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin Dorothea Grünzweig. Sie erhalte den Preis "für ein lyrisches Werk von unverwechselbarer wortschöpferischer Fantasie und anrührender emotionaler Intensität. Es verbindet die große spirituelle Tradition des schwäbischen Pietismus mit der Sprache und den Kulturen Finnlands und eine ethische Zeitgenossenschaft mit Bildkraft und lautmusikalischer Beschwörung", teilte die Bayerische Akademie der Schönen Künste zur Begründung der Jury mit. Die Auszeichnung soll am 18. November in München verliehen werden.
Jury lobt empathische Sprache für das Leiden von Menschen
Grünzweig entwickle eine Sprache der Empathie für das Leiden von Menschen, aber auch der Tier- und Pflanzenwelt, mit der sie - als exterritoriale Stimme - die deutsche Gegenwartslyrik markant und eindringlich bereichere, hieß es weiter.
Grünzweig wurde 1952 in der Nähe von Stuttgart geboren, studierte Germanistik und Anglistik in Tübingen und Wales. 1989 zog sie nach Finnland, wo sie seither als freie Schriftstellerin und Lyrikübersetzerin lebt.
Lyriker Wenzel erhält Stipendium
Das zeitgleich verliehene Malkowski-Stipendium geht an den Lyriker Christoph Wenzel. Das Stipendium ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wurde 1979 in Hamm in Westfalen geboren, studierte Germanistik und Anglistik an der RWTH Aachen und wurde dort auch promoviert. Er lebt und arbeitet als Autor, Herausgeber, Redakteur und Universitätsangestellter in Aachen. Seine Lyrik und Essays erschienen in zahlreichen Zeitschriften, Anthologien und bisher fünf Einzeltiteln; für seine Gedichte wurde er bereits vielfach ausgezeichnet.
Der Rainer-Malkowski-Preis ist nach Angaben der Akademie einer der höchstdotierten deutschen Literaturpreise. Der Preis verdankt sich der 2005 gegründeten Rainer Malkowski Stiftung zur Förderung deutschsprachiger Literatur. 2024 ging der Preis an Wilhelm Bartsch.