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Berlin & BrandenburgBerliner Autorin: Carson geht "unerwartet in die Tiefe"

08.10.2026, 17:04 Uhr
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Der Nobelpreis für Literatur geht an die kanadische Schriftstellerin Anne Carson. Auch in Berlin hat sie Fans in der Literaturszene.

Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Schriftstellerin Katharina Schultens hat Anne Carson, die mit dem diesjährigen Literaturnobelpreis ausgezeichnet wird, im Frühjahr in der Hauptstadt kennengelernt. Carson sei auch persönlich ganz ähnlich wie die Stimme in ihren Texten, sagte Schultens, die Mitglied der Sektion Literatur der Akademie der Künste und Leiterin des Hauses für Poesie ist. Sie habe einen "sehr trockenen Humor", denke "assoziativ" und gehe immer wieder "unerwartet in die Tiefe". Schultens betreute die kanadische Schriftstellerin beim Poesiefestival im Mai dieses Jahres.

Besonders kennzeichnend sei Carsons Gerechtigkeitssinn, der sich auch in ihren Texten wiederfinde, ohne dass sie dabei "einen Zeigefinger erhebe", erinnerte sich die Berliner Schriftstellerin.

"Ich beneide jeden, der Carson noch nicht gelesen hat und das jetzt zum ersten Mal tun darf", so Schultens. Als Einstieg empfiehlt die Berliner Schriftstellerin das Werk "Irdischer Durst", ein Querschnitt ihrer literarischen Kunst. Carson verbindet in ihren Arbeiten Lyrik, Essay, Erzählung, Übersetzung und klassische Philologie.

Carson gilt laut Verlag S. Fischer in Kanada und den USA als eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwart. Geboren wurde sie 1950 in Toronto. "Autobiography of Red" wird von vielen als ihr Meisterwerk gefeiert, auf Deutsch kam das Buch 2019 zusammen mit dem Nachfolger "Red Doc" als "Rot. Zwei Romane in Versen" beim Verlag S. Fischer heraus.

Quelle: dpa

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