Mecklenburg-VorpommernGewerkschaft: Neue Polizei-Handys verzögern sich weiter

Seit über einem Jahr sind die Polizisten im Außendienst in MV wieder auf Funkgerät und Schreibblock angewiesen. Wo bleiben die nach einer Cyber-Attacke versprochenen neuen Dienst-Handys?
Schwerin (dpa/mv) - Die Ausrüstung der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern mit neuen Dienst-Handys verzögert sich nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei weiter. Am Beginn dieser Woche seien die ersten Smartphones in den drei Pilot-Dienststellen erwartet worden, doch sie seien nicht eingetroffen, sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Kristin Frosch, der Deutschen Presse-Agentur.
Inzwischen gebe es Informationen, dass die neuen Smartphones, die in den Dienststellen getestet werden sollen, noch einmal später geliefert werden sollen. Eine Zeitschiene sei nicht genannt worden. "Es ist verheerend", sagte sie. Das Innenministerium von Ressortchef Christian Pegel (SPD) äußerte sich zunächst nicht.
Cyberangriff vor über einem Jahr
Nach einem Cyberangriff auf einen von der Landespolizei genutzten Server im Sommer 2025 waren die Dienst-Smartphones der rund 6.000 Polizisten in MV eingezogen worden. Die mobile IT der Polizei sollte technisch neu aufgestellt werden. Das ist offenbar bis heute nicht gelungen. In der immer wieder nach hinten verschobenen Pilotphase in drei Revieren sollten die neuen Handys erprobt werden.
Seit über einem Jahr arbeiten die Streifenpolizisten in MV wieder mit Funkgerät und Schreibblock. Frosch zufolge würden Smartphones die Arbeit deutlich erleichtern und für mehr Zeit der Beamten auf der Straße sorgen. Sie könnten demnach etwa von einem Unfall Fotos machen, hochladen und die Unfallaufnahme vor Ort abschließen. Personalausweise könnten gescannt und Abfragen im internen Informationssystem rasch erledigt werden.
Warum klappt es woanders?
In anderen Bundesländern funktioniere das, sagte Frosch. Als Beispiel nannte sie Hessen. Allerdings sei dort von Anfang an in eine starke digitale Infrastruktur investiert worden. Das sei in Mecklenburg-Vorpommern unterblieben. Frosch sagte weiter: "Ich glaube, die neue Landesregierung wäre gut beraten, einen verbindlichen Digitalisierungsfahrplan für die Landespolizei aufzustellen, der auskömmlich finanziert und mit den nötigen Stellen unterlegt ist."