Berlin & BrandenburgBrandenburgs AfD-Fraktion zum 8. Mai: "Tag der Vernichtung"

Der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Kaufner bezeichnet den 8. Mai 1945 als "Tag der Vernichtung", nicht als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Was sagt die Fraktionsspitze?
Potsdam (dpa/bb) - Die AfD-Fraktionsspitze im Brandenburger Landtag stellt sich hinter eine umstrittene Äußerung zum 8. Mai 1945 - dem Ende des Zweiten Weltkriegs - als "Tag der Vernichtung". "Der 8. Mai ist eben damit verbunden, dass eine kommunistische Diktatur in einem Teil Deutschlands errichtet wurde und dass Lager weiter betrieben wurden, zum Teil die gleichen Lager, die die Nationalsozialisten betrieben hatten", sagte AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt. "All das darf man nicht vergessen. (...) Deswegen sind Beiträge wie die von Dr. Kaufner notwendig."
Der AfD-Landtagsabgeordnete Dominik Kaufner hatte bei Instagram den 8. Mai 1945 nicht als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, sondern als Tag der Vernichtung bezeichnet. Er schrieb dort unter anderem: "Wer um die Menschheitsverbrechen an den eigenen Vorfahren weiß und dennoch um den 8. Mai in Feierstimmung verfällt, der hat seine Würde, seinen Anstand und seine Ehre verloren. Egal, wo er politisch steht."
AfD-Fraktionschef: Dem "Bejubeln" etwas entgegensetzen
Man müsse dem "Bejubeln des 8. Mai auch etwas entgegensetzen", sagte Berndt. "Das ist allerdings unser aller Meinung." Der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Dennis Hohloch, sagte: "Selbstverständlich war nach dem 8. Mai '45 Deutschland in großen Teilen verwüstet. In Berlin fand faktisch kein ordentliches, kein geregeltes Leben mehr statt. Das war ein Tag der Vernichtung. Das war auch ein Tag der Vertreibung."
Der Potsdamer Extremismusforscher Gideon Botsch sagte zu dem Beitrag von Kaufner: "Das sind wir bisher nur aus dem Neonazismus gewohnt, und das ist die Tendenz, die die Partei geht."