Berlin & BrandenburgFüchse-Boss wegen Olympia gegen Eralp: "Rotzfrech"

Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp hatte nach ihrem Wahlsieg Berlins Olympia-Bewerbung als "erledigt" bezeichnet. Das bringt Füchse-Boss Bob Hanning auf die Palme. Dabei geht es besonders um das wie.
Berlin (dpa/bb) - Füchse-Boss Bob Hanning hat wegen Berlins Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp ihrer Olympia-Aussagen scharf angegriffen. "Die ist noch gar nicht Regierende. Und dann ein solches Statement zu machen, ist unterirdisch. Das ist rotzfrech", sagte der Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten.
Eralp könnte die nächste Regierende Bürgermeisterin der Hauptstadt werden. Schon im Wahlkampf hatte sie Berlins Olympia-Bewerbung kritisiert. Nach der Wahl, bei der ihre Partei stärkste Kraft wurde, sagte sie auf eine Frage nach der Bewerbung, "dass sich die Entscheidung erledigt hat". Ihrer Meinung nach hätten die Berliner bei der Wahl auch gegen Olympia gestimmt. "Insofern werden diejenigen, die das an Berlin herantragen, sich auch überlegen, ob das Sinn macht, dann so einer Bewerbung den Zuschlag zu geben", sagte sie weiter.
Auf ein Gesprächsangebot und einen offenen Brief des Kuratoriums für die Bewerbung um den Olympia-Beauftragten Kaweh Niroomand ging sie nach dessen Angaben nicht ein. "Wenn du sagst, du willst eine Gesellschaft vereinen und ein Kuratorium aus Berlins Mitte dich um ein Gespräch bittet und du dann so einen Schlag ins Gesicht entgegen spielst, dann ist das undemokratisch, unseriös und durch nichts zu rechtfertigen", wütete deswegen Hanning.
Hanning zweifelt Eralps Tauglichkeit als Bürgermeisterin an
Der 58-Jährige ist traurig, dass Eralp die Entwicklung eines Landes einfach so wegwische. "Man kann unterschiedliche Auffassungen haben, die brauchen aber nicht zu Feindschaften führen", so Hanning. "Der Auftritt der letzten zwei Tage lässt mich die Frage stellen, ob diese Frau ein solch tolles Bundesland überhaupt regieren darf."
Berlin bewirbt sich zusammen mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern neben München und der Rhein-Ruhr-Region um den Zuschlag für die Bewerbung der Spiele 2036, 2040 oder 2044. Der DOSB wird seine Entscheidung bei der Mitgliederversammlung am Samstag in Baden-Baden bekanntgeben. Berlin gilt inzwischen als krasser Außenseiter. Auch, weil die DOSB-Prüfer den anderen Bewerbern ein besseres Zeugnis ausstellten.