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Berlin & BrandenburgKlimawandel stresst Parks: Kleine Kommunen suchen Lösungen

06.08.2026, 15:20 Uhr
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Klimabedingten Vegetationsschäden sind in den historischen Gärten Brandenburgs nichts Neues. Viele kleine Kommunen straucheln jedoch, die Parks resilienter zu gestalten. Wie es dennoch gelingen soll.

Altdöbern (dpa/bb) - Brandenburgs historische Gärten und Parkanlagen stehen vor dringenden Klima-Anpassungen. "Diese Orte sind in Gefahr", sagte Kulturministerin Manja Schüle (SPD). Dürre, Brände und Überschwemmungen seien die sichtbaren Erscheinungsformen des Klimawandels. Die Mitarbeiter in den Parks könnten seit Jahren beobachten, wie die Bäume nach und nach ihre Kraft verlören.

Die Gartendenkmale stünden vor der Herausforderung, Antworten auf Extremwetterereignisse, Trockenheit und veränderte Vegetationsbedingungen zu finden. Es brauche "neue Strategien", um die Anlagen widerstandsfähiger zu machen. "Parks sind nicht nur schöne Kulissen", führte der Minister für Städteplanung, Robert Crumbach (SPD), aus. Sie prägten die Identität ganzer Regionen. Ihr Erhalt sei schwierig – "auch im finanziellen Sinne".

Projekt soll Schäden erfassen

In Brandenburg soll seit April 2025 ein fünfköpfiges Team die klimabedingten Schäden in den Gartenanlagen systematisch erfassen und Maßnahmen erarbeiten. Rund 1,5 Millionen Euro lässt sich das Land Brandenburg die Arbeit der Wissenschaftler kosten. "Wir nutzen jetzt die Sommermonate, um zu erfassen", sagte Christin Herrmann, die Leiterin des Projekts. In den Wintermonaten sollen die erfassten Schäden ausgewertet werden. "Im Anschluss an das Projekt werden die Daten aufgearbeitet und dann müssen wir mal schauen, wie wir dann auf die Kommunen zugehen."

Das Projekt endet nach aktuellem Stand mit der Entwicklung der Maßnahmen im kommenden Jahr. Womöglich wird die Arbeit fortgesetzt – schließlich soll in den Gärten die Theorie auch in die Praxis überführt werden. Die Gemeinden müssen letztlich entscheiden, was finanziell machbar ist. In Zeiten klammer Kassen sind die Arbeiten in den Parkanlagen keine Selbstverständlichkeit. "Die Kommunen müssen wollen", sagte Ministerin Schüle.

Vor allem kleine Kommunen betroffen

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und die Stiftung in Branitz seien – zumindest was die Grundausstattung anbelangt – nicht betroffen, sagte Landeskonservator Thomas Drachenberg. "Da ist der Fachverstand angesiedelt, da ist in der Regel auch Geld angesiedelt." Wo es schwieriger werde, seien die kleinen Parks und Gutgärten, die entweder in kommunaler Hand oder privat sind. Insbesondere in kleineren Kommunen, die Pflichtaufgaben zu erfüllen hätten, müsse sich der Denkmalschutz mitunter hinten anstellen, so Drachenberg.

In der Zukunft gehe es darum, die Gärten resilienter und klimaangepasster zu machen. Der originale Bestand sei durch die Klimaänderungen gar nicht mehr in der Lage, zu existieren. Dieser müsse ersetzt werden. "Nicht durch den gleichen Baum, sondern durch andere Bäume, die dieses Klima aushalten und eine ähnliche Wirkung haben", sagte Drachenberg. Zudem müsse in den Parks eine kontinuierliche Pflege stattfinden.

Kaum Mittel zur Parkpflege

Einen Einblick in die Widrigkeiten bei der Umsetzung erhält man in Baruth (Mark). Die Mittel für den dortigen Schlosspark reichen gerade so aus, um das Gras mähen zu lassen und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Wiesen werden mit landwirtschaftlichen Maschinen gemäht. Das entspreche nicht unbedingt einer denkmalgerechten Pflege der historischen Anlagen, sagte Herrmann.

Eine fachgerechte Pflege sei für viele Kommunen kaum stemmbar, sagte Hiltrud Preuß von der unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis Teltow-Fläming. Eigene Gärtner gebe es kaum. Es brauche unter anderem die Initiative aus der Zivilbevölkerung, wie etwa Arbeitseinsätze von Ehrenamtlichen. Aber: "Es braucht jemanden, der das koordiniert", so Preuß. "Man muss die Leute wecken in dem Ort." Auch Schulprojekte seien denkbar.

Das Ehrenamt könne aber keine Kontinuität schaffen, betonte sie. Dafür brauche es etwa Kooperationen mit Institutionen aus der Landschaftspflege. "Die bilden doch auch aus", sagte Preuß. Die Azubis könnten ihr Handwerk dann in den Parkanlagen erlernen und dabei einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Denkmäler leisten. Solche Synergien sollten dringend genutzt werden.

Jugendbauhütte als Vorzeigeprojekt

Wie es funktionieren kann, zeigt das Projekt der Jugendbauhütte im Schlosspark Altdöbern (Landkreis Oberspreewald-Lausitz). Acht junge Menschen im Alter zwischen 19 und 27 Jahren machen hier ein soziales Jahr, manche auch zwei Jahre lang. Ihr freiwilliges soziales Jahr verbringen sie damit, den Park zu sanieren und zu pflegen. Sie bauen etwa Wege, errichten Bänke und ziehen neue Pflanzen ran.

Die jungen Menschen kommen aus verschiedenen Ecken der Welt. Im aktuellen Jahrgang arbeiten ein Argentinier, eine Algerierin, zwei Georgier und vier Deutsche zusammen. Stefan Hohmann, der die Jugendbauhütte leitet, sagte, dass es immer schwieriger werde, neue junge Leute für die Arbeit in Altdöbern zu gewinnen. Immerhin: Neben einem Taschengeld stellt die Stiftung Denkmalschutz kostengünstige WG-Zimmer in der Stadt bereit.

Quelle: dpa

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