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Berlin & BrandenburgMutmaßliche IS-Anhängerin nach Rückkehr angeklagt

15.09.2026, 12:36 Uhr
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Sie soll ihrem Ehemann nach Syrien begleitet und den IS unterstützt haben. Eine Freundin aus Berlin soll ihr gefolgt sein. Nach langer Flucht ist sie zurück in Berlin - mit entsprechenden Folgen.

Berlin (dpa/bb) - Knapp fünf Monate nach der Rückkehr einer mutmaßlichen IS-Rückkehrerin nach Deutschland hat die Generalstaatsanwaltschaft Berlin die 35-Jährige angeklagt. Die Behörde wirft der deutschen Staatsangehörigen Beteiligung als Mitglied an einer terroristischen Vereinigung im Ausland vor, wie ein Behördensprecher mitteilte.

Die Frau sitzt nach den Angaben seit 23. April in Untersuchungshaft. Sie wurde damals am Flughafen Berlin-Brandenburg von Bundespolizisten festgenommen aufgrund eines bereits bestehenden Haftbefehls. Die Rückkehr war in Absprache mit deutschen Behörden koordiniert worden, nachdem sich die 35-Jährige zur Rückkehr nach Berlin entschlossen hatte. Wann es zum Prozess vor dem Berliner Kammergericht kommt, ist noch offen. Der zuständige Staatsschutzsenat muss zunächst über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Die inzwischen 35-Jährige soll aus einer radikal-islamistischen Gesinnung heraus vor mehr als zehn Jahren Berlin verlassen und über Istanbul nach Syrien geflogen sein, um sich dort dem Islamischen Staat (IS) anzuschließen. Ihr Ehemann, mit dem sie nach islamischen Ritus verheiratetet ist, soll sich nach den Ermittlungen kurz zuvor in Syrien dem IS angeschlossen und für diesen gekämpft haben. Bis etwa Anfang Februar 2015 soll die Beschuldigte mit ihrem Ehemann dort gelebt und seine Tätigkeit für den IS unterstützt haben, indem sie den gemeinsamen Haushalt führte.

Mit falscher Identität in der Türkei

Nach den Ermittlungen trennte sich die Frau später von ihrem Mann und hielt sich in Frauenhäusern des IS auf. In dieser Zeit soll sie auf eine Freundin in Berlin eingewirkt haben, den IS ebenfalls zu unterstützen und dafür auch nach Syrien zu kommen. Als mögliche Unterstützungstat soll sie dabei ein Selbstmordattentat erwähnt und ihre eigene Bereitschaft dazu bekundet haben. Im Juni 2015 soll die Freundin tatsächlich Berlin verlassen, ins IS-Gebiet in Syrien ausgereist sein und dort einen IS-Kämpfer geheiratet haben.

Die Frau wurde laut Generalstaatsanwaltschaft an der Waffe ausgebildet und starb später bei einem Angriff gegen den IS. Die Angeklagte selbst wurde nach den Angaben im März 2019 von kurdischen Streitkräften festgenommen und kam in das berüchtigte al-Hol-Lager im Nordosten Syriens. Im Januar 2020 gelang ihr mit Unterstützung ihres Ex-Ehemannes die Flucht in die Türkei. Dort soll sie bis April 2026 mit falschen Personalien gelebt haben, bis sie sich schließlich zur Rückkehr nach Deutschland entschloss.

Quelle: dpa

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