Regionalnachrichten

Berlin & BrandenburgMutmaßliche Viehdiebe in Polen und Brandenburg gestellt

23.09.2026, 11:15 Uhr
image

Mehrere Fälle von Rinderdiebstahl versetzten im Frühjahr Brandenburgs Landwirte in Aufregung. Monate später fasst die Polizei zwei Tatverdächtige.

Potsdam (dpa/bb) - Nach mehreren Fällen von Rinderdiebstahl in Brandenburg hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Die beiden seien vor wenigen Tagen in Polen sowie an der Raststätte im brandenburgischen Berstetal festgenommen werden, teilte eine Sprecherin der Polizei mit. Es handelt sich demnach um zwei polnische Männer im Alter von 46 und 41 Jahren. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wirft ihnen schweren Bandendiebstahl vor.

Die beiden sollen unter anderem für mehrere Fälle von Viehdiebstahl in Brandenburg verantwortlich sein. Sie sollen zwischen März und Mai dieses Jahres die Rinder in Viehtransporter verladen und nach Polen gebracht haben. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) sprach zuletzt von 244 Rindern, die von Weiden und aus Ställen gestohlen wurden. Beide Männer befinden sich nun laut Polizeiangaben in Untersuchungshaft.

Tiere wurden möglicherweise umetikettiert

Im Rahmen der Ermittlungen gegen die Rinderdiebe wurden in Zusammenarbeit mit polnischen Einsatzkräften zudem vor etwa einer Woche mehrere Objekte in der Woiwodschaft Lebus durchsucht. Die Beamten stellten dabei "mehrere mutmaßlich gestohlene Rinder sowie zahlreiche Beweismittel" fest, wie die Sprecherin der Brandenburger Polizei mitteilte. Um die Tiere zu identifizieren, machten Amtstierärzte aus Deutschland und Polen Haarproben. Mit den Proben soll nun ein Abgleich mit deutschen Datenbanken gemacht werden.

Die beiden Tatverdächtigen sollen in vier Fällen Rinder in Brandenburg gestohlen haben - drei im Süden, einer im Westen des Landes. "In der Folge wurden die Tiere möglicherweise umetikettiert und in Polen neu angemeldet", erklärte die Polizeisprecherin. Den Gesamtschaden gab das Innenministerium im Sommer mit etwa 335.000 Euro an.

Die Fälle zogen aufwendige Ermittlungen nach sich. Im Landeskriminalamt wurde eigens die Ermittlungsgruppe Weide mit acht Mitarbeitern eingesetzt. Die Beamten rekonstruierten Tatabläufe und arbeiteten nach eigenen Angaben eng mit anderen, insbesondere den polnischen Behörden zusammen. "Darüber hinaus wurden landesweit Schwerpunktkontrollen unter Beteiligung der Veterinärämter durchgeführt." Ein Zeugenaufruf zog demnach eine "untere zweistellige Zahl an Hinweisen" nach sich. Bei den Zeugenangaben gingen auch Hinweise zum mutmaßlich genutzten Tatfahrzeug ein.

Polizeipräsident: Viehdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt

"Die Ermittler auf beiden Seiten der Grenze haben hervorragende Arbeit geleistet", lobte Innenminister Redmann. Vier Monate hätten sie nicht lockergelassen und seien dafür belohnt worden. Der Ermittlungserfolg bringe den bestohlenen Bauern Gerechtigkeit. "Heute ist Brandenburg ein Stück sicherer."

"Das ist für alle Tierhalter und den ländlichen Raum eine sehr gute Nachricht", sagte Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) laut einer Mitteilung. Die Rinderdiebstähle hätten die Betriebe emotional und wirtschaftlich hart getroffen. "Die verstärkten Kontrollen haben Wirkung gezeigt."

"Viehdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, sondern bedeutet mitunter einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden für die Geschädigten", ergänzte Polizeipräsident Oliver Stepien. Dieser Ermittlungserfolg zeige, "wie wichtig eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit über Grenzen hinweg ist".

Quelle: dpa

Regionales