Berlin & BrandenburgNobelpreisträger Hegemann: Für Forschung braucht es Mut

Peter Hegemann berichtet von seinem ungewöhnlichen Karriereweg und erklärt, warum Mut für ihn zur Forschung dazugehört.
Berlin (dpa/bb) - Für Medizin-Nobelpreisträger Peter Hegemann ist die Forscherkarriere nach eigener Aussage nicht so geradlinig verlaufen, wie es scheinen mag. "Ich bin ja Chemiker, hab dann Biochemie gemacht, hab dann Pflanzenphysiologie gemacht, zehn Jahre. Dann hatte ich eine Professur für Biochemie, dann eine für Biophysik, und jetzt bin ich Neurowissenschaftler, obwohl ich in meinem Leben noch nie ein neurowissenschaftliches Experiment gemacht habe", sagte Hegemann bei der Pressekonferenz an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). "Es braucht Mut, sich in neue Territorien zu bewegen."
Hegemann empfahl jungen Forschenden, das zu tun, was sie interessiere. "Man kann nicht forschen, um einen Preis zu gewinnen. Man muss tun, was einem Freude bereitet." Ob er früher von einem Nobelpreis geträumt habe? Dazu sagte Hegemann, die Frage nach einem Preis werde vor allem von Journalisten an einen herangetragen.
Am Montag wurde bekanntgegeben, dass Hegemann gemeinsam mit Georg Nagel von der Uni Würzburg sowie dem US-Forscher Karl Deisseroth für die Entdeckungen in der Optogenetik ausgezeichnet wird.
Er sei auch stolz auf seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sagte Hegemann, und betonte, wie wichtig es sei, einen internationalen Austausch in der Forschung zu haben. Wenn er seine Mitarbeiter vorstelle, seien darunter mindestens zehn unterschiedliche Nationalitäten. Ein freier Austausch sei für die internationale Forschung wichtig.
Wichtig sei auch die Unterstützung für Optogenetik durch die Hochschulpräsidentin gewesen, sagte Hegemann mit Blick auf HU-Präsidentin Julia von Blumenthal. Diese würdigte seine Forschung als herausragende Grundlagenforschung. Die Optogentik bekommt ein neues Gebäude, das im Mai 2029 fertiggestellt werden soll.
Die Verleihung des Nobelpreises findet traditionell am 10. Dezember in Stockholm statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Die bedeutendste Auszeichnung für Mediziner ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, umgerechnet rund einer Million Euro. Die Preisträger, die sich das Geld teilen, dürfen damit tun, was sie möchten. Was er mit dem Geld mache? Hegemanns kurze Antwort, ob er schon Ideen habe, lautet: Nein, darüber habe er noch gar nicht nachgedacht.