Berlin & BrandenburgSchweigeminute für Gunther von Hagens im Plastinarium

Der Mediziner Gunther von Hagens hat aus Leichen Plastinate geschaffen, die Menschen weltweit faszinieren - oder auch abschrecken. Nun ist er mit 81 Jahren gestorben.
Guben (dpa/bb) - Nach dem Tod von Leichenplastinator Gunther von Hagens haben die Mitarbeiter im Plastinarium in Guben eine Schweigeminute für ihn eingelegt. Von Hagens sei mehrmals im Jahr dagewesen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. "Es war sein Baby." Er habe bis zuletzt eine eigene Wohnung auf dem Betriebsgelände gehabt und sich immer wieder informiert, was passiert. In der Firma in Guben werden Plastinate für die Körperwelten-Ausstellungen und auch Lehrpräparate hergestellt.
Von Hagens ist am Freitag im Alter von 81 Jahren gestorben, wie seine Familie in Heidelberg mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. "Es war Gunther von Hagens' eigener Wunsch, auch seinen Körper nach dem Tod der Plastination zur Verfügung zu stellen", heißt es in einer Mitteilung. "Seine Angehörigen werden diesen Wunsch respektieren und ausführen." Von Hagens hatte das Plastinarium in Guben vor 20 Jahren gegründet.
Auf der Facebook-Seite des Plastinariums ist als Titelbild ein schwarz-weiß-Foto des Mediziners und Plastinators zu sehen - und es heißt: "Sein Lebenswerk lebt weiter - in der Wissenschaft, in den Ausstellungen und in der Erinnerung von Millionen Besucherinnen und Besuchern."
Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) sagte der "Lausitzer Rundschau": "Mit ihm verliert die Stadt Guben eine außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit, einen Visionär und einen Menschen, der unserer Stadt über mehr als zwei Jahrzehnte eng verbunden war." Von Hagens´ Engagement für den Standort Guben sei von Verlässlichkeit, Tatkraft und Innovationsgeist geprägt gewesen. "Er hatte stets neue Ideen, dachte voraus und setzte das, was er versprach, auch konsequent um."