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Hamburg & Schleswig-HolsteinBundesweiter Warntag: Schleswig-Holstein fördert Sirenenbau

06.09.2026, 04:02 Uhr
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Am kommenden Donnerstag ist bundesweiter Warntag. Um 11 Uhr ertönen in ganz Deutschland die Sirenen, Mobiltelefone senden Warntöne. In Schleswig-Holstein steigt die Zahl der Warnanlagen.

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holstein sieht sich gut vorbereitet auf den Bundesweiten Warntag, der am kommenden Donnerstag stattfindet. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist der Bundesweite Warntag?

Das ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen und er dient der Erprobung der Warnsysteme. Erstmals gab es den Warntag am 10. September 2020. Grundlage dafür war ein Beschluss der Innenministerkonferenz. Seitdem findet er in der Regel jährlich am zweiten Donnerstag im September statt. Getestet wird das Zusammenspiel von Warnsystemen in Deutschland - von der zentralen Auslösung bis zur Warnung auf den verschiedenen Endgeräten.

Was passiert genau an diesem Tag?

Ab 11.00 Uhr wird eine Probewarnung in Form eines Warntextes an alle am Modularen Warnsystem (Mowas) des Bundes angeschlossenen Warnmultiplikatoren geschickt, erklärt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, zum Beispiel an Rundfunksender und App-Server. Diese Multiplikatoren versenden die Probewarnung zeitversetzt an Warnkanäle wie Fernseher, Radios und Smartphones. Dort können Bürgerinnen und Bürger die Warnung lesen oder hören. Parallel können in Ländern, Kreisen und Kommunen zum Beispiel Lautsprecherwagen oder Sirenen ausgelöst werden. Gegen 11.45 Uhr wird Entwarnung gegeben.

Wie ist Schleswig-Holstein vorbereitet?

In Schleswig-Holstein gebe es derzeit etwa 2.800 Sirenen in allen Landesteilen, sagt Innenministerin Magdalena Finke. In diesem Jahr würden weitere gebaut und fertiggestellt. Das Land habe über das Bundesförderprogramm hinaus ein eigenes Sirenenförderprogramm aufgelegt. Bis 2030 stünden dafür 23,2 Millionen Euro zur Verfügung. "Insgesamt schreitet der Sirenenausbau im gesamten Land voran. Fast alle Kreise und kreisfreien Städte haben gute Arbeit geleistet und Förderanträge gestellt", sagt Finke. Seit 2024 seien 1.000 Sirenenanlagen beantragt und gefördert worden. Um die Informationsversorgung auch beim Ausfall digitaler Kommunikationskanäle sicherzustellen, fördere das Land auch den Aufbau sogenannter Notfallinformationspunkte. 2024 seien dafür rund 1,35 Millionen Euro in die Einrichtung von 1.032 Anlaufstellen in allen Kreisen und kreisfreien Städten geflossen. Dort können sich Menschen bei Katastrophen informieren und im Notfall Hilfe anfordern.

Was plant Schleswig-Holstein am 10. September noch?

"Schulen sind eingeladen, sich am landesweiten Aktionstag zum Bevölkerungs- und Katastrophenschutz am 10. September 2026 zu beteiligen", sagt Innenministerin Finke. An vielen Schulen würden unter anderem Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen zu den Themen informieren. Der Aktionstag solle Schülerinnen und Schülern gezielt Begegnungen mit Katastrophenschutz- und Bevölkerungsschutzthemen ermöglichen und so ihre Handlungssicherheit und psychische Resilienz gegenüber krisenhaften Situationen und Katastrophen stärken, sagt Finke.

Wer ist für die Warnungen verantwortlich?

Zuständig sind auf Bundesebene das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), in den Ländern die Innenministerien und in den Kommunen die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden. Die Teilnahme am Bundesweiten Warntag ist freiwillig. Das bedeutet, dass nicht alle Kommunen daran teilnehmen und Warnkanäle vor Ort testen.

Warum wurde der Bundesweite Warntag eingeführt?

Am Warntag werden die technischen Warnsysteme in Deutschland auf ihre Belastbarkeit geprüft, erklärt das Bundesamt. Durch diese bundesweite Probewarnung würden mögliche Schwachstellen in den Warnabläufen aufgedeckt. So könnten technische und organisatorische Verbesserungen gezielt umgesetzt werden, damit Warnungen im Ernstfall schnell, zuverlässig und flächendeckend die Bevölkerung erreichen. Gleichzeitig stärke der Warntag das Bewusstsein der Bevölkerung für Warnungen, erklärt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Wenn Abläufe und Warnwege bekannt sind, falle es im Ernstfall leichter, richtig und schnell zu reagieren. Zu den genutzten Warnkanälen zählen unter anderem Radio, Fernsehen, Internetseiten, Social Media, digitale Anzeigetafeln, Smartphone-Apps, Cell Broadcast, Lautsprecherwagen und Sirenen.

Quelle: dpa

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