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Hamburg & Schleswig-Holstein Hamburgs Arbeitsmarkt erholt sich trotz Corona-Eskalation

(Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

Fast 87.000 Hamburgerinnen und Hamburger waren noch im Februar ohne Job. Das war eine Folge des harten Lockdowns in der zweiten Coronawelle. Mittlerweile steckt das Land in der vierten Welle. Negative Effekte am Arbeitsmarkt sind vorerst nicht sichtbar.

Hamburg (dpa/lno) - Weiter sinkende Arbeitslosigkeit und Beschäftigung auf Rekordniveau: Die neuerliche Eskalation der Coronapandemie kann die Erholung des Hamburger Arbeitsmarktes vorerst nicht stoppen. So sank die Zahl der Arbeitslosen auch im November weiter auf rund 71.400, das sind etwa 2500 oder 3,4 Prozent weniger als im Oktober, wie die Hamburger Agentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Zugleich sind in der Hansestadt - Stand September - mittlerweile knapp 1,03 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, so viele, wie nie zuvor. Als weiteres positives Indiz wertet der Chef der Arbeitsagentur, Sönke Fock, dass die Zahl der offenen Arbeitsstellen inzwischen den Vor-Corona-Wert um 1000 auf fast 12.900 freie Jobs überstiegen habe.

Damit setzte sich ein bereits seit Februar ununterbrochen anhaltender Trend fort. Damals hatte die Arbeitslosigkeit pandemiebedingt mit fast 87.000 Hamburgerinnen und Hamburgern ohne Job ihren Spitzenwert erreicht. Im Vergleich zum November 2020 sank die Zahl der Arbeitslosen um 11.600 oder 14,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im November bei 6,6 Prozent nach 6,8 Prozent im Oktober. Im Vorjahresmonat hatte der Wert, der den Anteil der registrierten Arbeitslosen an allen Erwerbspersonen angibt, noch bei 7,7 Prozent gelegen. Stichtag für die aktuellen Daten war der 11. November.

Vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen seit Anfang November erwartet Fock, dass sich das Beschäftigungswachstum etwas abkühlen wird, aber aktuell noch positiv bleibt. "Zudem ist der Bedarf an gut und hochqualifizierten Fachkräften in allen Hamburger Branchen Tagesgespräch." Von der positiven Entwicklung haben laut Fock alle Gruppen des Arbeitsmarktes profitiert. Ein Problem bleibt indes die Langzeitarbeitslosigkeit: Mehr als jeder dritte Arbeitslose ist den Angaben zufolge länger als ein Jahr ohne Job.

Fock beklagte, dass Hamburgs private Arbeitgeber bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung kein gutes Bild abgeben. Per Gesetz wären 5132 Unternehmen mit mindestens 20 Stellen in der Hansestadt dazu verpflichtet, mehr als 39.800 Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. "Die Realität sieht allerdings anders aus: Fast 12.200 dieser Stellen sind frei geblieben, so dass die Beschäftigungsquote für Hamburg mit insgesamt 4,2 Prozent im Bundesländervergleich deutlich zu niedrig ausfällt", berichtete Fock auf Basis von 2021 ausgewerteten Daten aus dem Jahr 2019. "Nicht nur mit Blick auf den Fachkräftebedarf in Hamburg und die demografische Entwicklung fordere ich Personalentscheider auf, ihren Blick auch für diese Gruppe des Arbeitsmarktes zu schärfen und ihnen konkrete Jobs anzubieten", sagte Fock.

© dpa-infocom, dpa:211129-99-190375/4

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