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Hamburg & Schleswig-Holstein Sanierung des Kongresszentrums nach über fünf Jahren fertig

Blick in den Eingangsbereich des Congress Centrum Hamburg (CCH).

(Foto: Georg Wendt/dpa)

Mehr als zwei Jahre zu spät und mehr als 100 Millionen Euro teurer als geplant - auch wenn Zeit- und Kostenplan für die Sanierung des Congress Centers Hamburg völlig aus dem Ruder gelaufen sind, sind jetzt doch alle Beteiligten stolz. Denn es ist endlich fertig.

Hamburg (dpa/lno) - Es ist viel von Rekorden die Rede. Wenn die Chefin des Hamburger Congress Centers (CCH), Heike Mahmoud, etwa von der Lampe im Foyer des nach gut fünf Jahren fertig sanierten Veranstaltungszentrums spricht, dann ist das die mit mehr als einer Tonne Gewicht größte Pendelleuchte der Welt. Und auch der Bereichsleiter Produktion, Hartmut Hofmann, vergisst im neuen Saal Z - "der Perle" - nicht darauf hinzuweisen, dass sich dort Europas größte Rollbildleinwand befinde, und erinnert auch an Europas größten Staudendachgarten auf dem Dach der Halle H.

Sie sind alle sichtlich stolz auf das neue CCH am Bahnhof Dammtor, das an diesem Freitag offiziell eröffnet werden soll. Ursprünglich am 14. April 1973 noch von Bundespräsident Gustav Heinemann eröffnet, bietet das CCH heute mit einer Fläche von 36.000 Quadratmetern Platz für 12.000 Menschen und 12.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. 50 Säle und Räume stehen zur Verfügung, der größte von ihnen hat 3000 Plätze. Allein die Eingangshalle misst bei einer Deckenhöhe von 28 Metern rund 2000 Quadratmeter, wie Hofmann sagt.

Das "Projekt Revitalisierung des Congress Center Hamburg (CCH)", wie der rot-grüne Senat die Sanierung in der Drucksache 22/7974 von Mitte April nennt, hat aber auch seinen Preis - einen Preis, der im Laufe der Jahre massiv aus dem Ruder gelaufen ist. So benötigt der Senat in seinem Schlussbericht 13 Seiten, um zu erklären, warum die Sanierung mehr als 50 Prozent teuer geworden ist als ursprünglich geplant und nun mit 297 statt 194 Millionen Euro zu Buche schlägt.

Messe-Chef Bernd Aufderheide, in seinen Verantwortungsbereich zählt neben dem Messegelände auch das CCH, fasst sich da deutlich kürzer. Aus seiner Sicht sind die Gründe für Kostenexplosion und Verzögerung - eigentlich sollte das seit Januar 2017 geschlossene CCH bereits Mitte 2019 wiedereröffnet werden - etwa in den Asbestfunden, in der Corona-Pandemie oder verspäteten Stahllieferungen zu sehen.

Das Kongresszentrum könne nun voll ausgelastet werden, freut sich CCH-Leiterin Mahmoud. Das sei früher nicht so gewesen. Da manche Veranstaltungsräume nur über die Foyers anderer Säle hätten erreicht werden können, sei eine parallele Belegung nicht immer möglich gewesen - ein Problem, das nun durch den Anbau eines 180 Meter langen Boulevards gelöst worden sei. Dadurch ist nun auch etwa der Saal D im Westteil des CCH gut erreichbar, der nach Hofmanns Ansicht die härtesten Anforderungen an Redner stellt. Denn bei ihm gehen die Fenster direkt zum Rosengarten hinaus und böten dem Publikum klklviele Möglichkeiten zu Träumereien bei mittelguten Vorträgen.

Inoffiziell ist das CCH bereits seit Oktober vergangenen Jahres in Betrieb. Damals wurde im großen Saal 1 der Mobilitätskongress ITS eröffnet. Trotz Corona-Pandemie sei die Buchungslage inzwischen sehr gut, sagt Aufderheide. "Dieses Jahr ist bereits komplett dicht." Und es gebe bereits Buchungen bis zum Jahr 2028. Für das kommende Jahr erwarte er einen Umsatz von etwa 16 Millionen Euro.

Besonders freut er sich über die Rückkehr treuer Kunden, etwa die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, die ihren Jahreskongress gleich drei Mal stornieren musste. Aber "wenn 5000 Intensivmediziner ausgefallen wären wegen eines Corona-Hotspots im CCH, das hätte auch keiner gewollt", sagt Aufderheide. Auch hofft er auf den Chaos Computer Club, der seinen jährlichen Hackerkongress mit mehr als 10.000 Teilnehmern bis zur Schließung des CCH in Hamburg abgehalten hatte. "Wir hätten Platz und Zeit und Lust", lockt bereits Bereichsleiter Produktion Hofmann.

Quelle: dpa

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