Hamburg & Schleswig-HolsteinVorerst keine neuen Warnstreiks bei Stadtbussen

Droht ab 30. September ein fünftägiger Warnstreik? Verdi und Arbeitgeberverband ringen weiter um Prozente und Vorteile für 1.800 Beschäftigte.
Kiel (dpa/lno) - In den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein haben die Tarifparteien auch in der dritten Verhandlungsrunde keine Einigung erzielt. "Es war zwar Bewegung auf der Arbeitgeberseite, aber ausgereicht hat das heute nicht", sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Sascha Bähring, zu den Gesprächen in Kiel. Sollte es bei der nächsten Verhandlungsrunde am 29. September kein tragfähiges Ergebnis geben, habe die Tarifkommission einen fünftägigen Warnstreik ab dem 30. September beschlossen.
Der kommunale Arbeitgeberverband hat sein Angebot auf nun 2,8 Prozent rückwirkend zum 1. Juli und weitere 2,2 Prozent ab Juli 2027 bei einer Laufzeit bis Ende Juni 2028 erhöht. "Unser Angebot gleicht die zurückliegende Inflation von 4,3 Prozent aus und beinhaltet darüber hinaus einen Reallohngewinn von 0,7 Prozent", sagte Verhandlungsführer Jan Jacobsen.
Die kommunalen Verkehrsbetriebe in den vier kreisfreien Städten Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster beschäftigen rund 1.800 Menschen, darunter etwa 1.300 Busfahrerinnen und Busfahrer. Zuletzt hatte die Gewerkschaft mit einem weiteren ganztägigen Warnstreik am Montag den Druck auf die Arbeitgeber erhöht.
Was fordert Verdi?
Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent für alle Beschäftigten, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Gewerkschaftsmitglieder will Verdi eine Vorteilsregelung in Höhe von 650 Euro jährlich.
"Der öffentliche Nahverkehr steht bereits heute vor großen Finanzierungsproblemen", sagte Andreas Schulz, stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses für die Nahverkehrsbetriebe im Arbeitgeberverband und Geschäftsführer der KVG Kieler Verkehrsgesellschaft. "Vor diesem Hintergrund müssen auch die finanziellen Auswirkungen der Tarifabschlüsse berücksichtigt werden."
Fortgesetzt werden die Gespräche am 29. September in Flensburg.
Tarifauseinandersetzung bei der VKP
Unterdessen müssen sich Fahrgäste der VKP im Kreis Plön bereits am Freitag auf vereinzelte Busausfälle einstellen. Die Gewerkschaft hat dort nach eigenen Angaben einzelne Beschäftigte in allen Betrieben zu Warnstreiks aufgerufen. "Es ist mit einzelnen Ausfällen zu rechnen", sagte Geschäftsführerin Kerstin Vedder der Deutschen Presse-Agentur.
Die Tarifauseinandersetzung bei den Verkehrsbetrieben im Kreis Plön findet aber statt im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag.