HessenAbschiebungen im ersten Halbjahr leicht rückläufig

Sie sind aus ihrem Land geflohen, dürfen aber nicht in Deutschland bleiben. Wie haben sich die Abschiebungen in Hessen entwickelt?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Zahl der Abschiebungen aus Hessen ist leicht rückläufig. Wurden im ersten Halbjahr 2025 noch 1.017 Menschen abgeschoben, waren es im ersten Halbjahr dieses Jahres 921, wie das Innenministerium mitteilte.
Trend insgesamt rückläufig
"Es ist zu beobachten, dass die Zahl der Abschiebungen bundesweit in diesem Jahr bislang zurückgegangen ist", teilte Innenminister Roman Poseck (CDU) mit. Dies habe vor allem zwei Ursachen. "Zum einen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom Ende des vergangenen Jahres, durch die Anforderungen und Aufwände bei Abschiebungen gestiegen sind. Zum anderen der Rückgang der Flüchtlingszahlen und damit vor allem der erhebliche Rückgang sogenannter Dublin-Fälle." Nach dem Dublin-Verfahren sollen Flüchtlinge in den EU-Staat überführt werden, in dem sie zuerst registriert wurden.
Höhere Erfolgsquote bei Abschiebungen
Poseck sieht die Zahl der Abschiebungen dennoch positiv, auch wenn sie in der Regel menschlich Härten darstellen. "Hessen konnte sich dem bundesweiten Trend des laufenden Jahres weitgehend entgegenstellen." Ebenso habe es eine stetige Steigerung der Erfolgsquote bei Abschiebungen gegeben. Seien 2023 lediglich 48 Prozent erfolgreich gewesen, habe sie im ersten Halbjahr 2026 bei 64 Prozent gelegen. Erfreulich sei zudem, dass die Zahl der freiwilligen Ausreisen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 86 auf 1.464 gestiegen sei.
Mehr als 16.000 ausreisepflichtige Menschen in Hessen
Bund und Land würden beim Zurückdrängen der illegalen Migration und der konsequenten Durchsetzung von Ausreisepflichten inzwischen Hand in Hand arbeiten. Mehr Grenzkontrollen, Zurückweisungen an den Grenzen, das Aussetzen des Familiennachzugs und mehr Abschiebungen, diese Maßnahmen würden wirken. "Mit dem Maßnahmenbündel senden wir das klare Signal in die Welt, dass wir nicht unbegrenzt aufnahmefähig und aufnahmewillig sind."
Hessen habe auch die organisatorischen Rahmenbedingungen mit einer Konzentration der Verfahren bei den Regierungspräsidien und der Abschiebehaftanstalt in Darmstadt geschaffen. Statt vorher 20 hat diese seit rund fünf Jahren 80 Plätze. Dort waren dem Innenministerium zufolge Mitte Juli 57 Menschen untergebracht. In Hessen leben mehr als 16.000 ausreisepflichtige Menschen.