HessenEhemann ermordet Rivalen "in wilder Aggression"

Eine Fußfessel vermittelte der Ehefrau Sicherheit, doch der Ehemann wartete nur darauf, bis sie ihm abgenommen wurde. Dann stach er auf seine Frau ein und ermordete brutal ihren neuen Partner ein.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Vier Monate lang trug der brutale, eifersüchtige Ehemann zur Überwachung eine elektronische Fußfessel - nur wenige Tage, nachdem sie ihm abgenommen wurde, fuhr er mit einem Küchenmesser zur Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau, stach auf sie und ihren neuen Freund ein. Die Frau überlebte, ihr 46-jähriger Freund nicht.
Nach über dreimonatigem Prozess hat nun das Frankfurter Landgericht den 37 Jahre alten Ehemann unter anderem wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, die Mordmerkmale: Heimtücke und niedere Beweggründe. Der Angeklagte habe nicht akzeptiert, dass sich seine Frau von ihm getrennt und einem anderen Mann zugewandt habe, erklärte die Vorsitzende Richterin der Schwurgerichtskammer.
Übertötung
"In wilder Aggression" habe er auf den Freund seiner Frau eingestochen, es handle sich um "eine Übertötung". 75 Messerstiche und -schnitte waren in der Rechtsmedizin unter anderem am Oberkörper, am Kopf und im Gesicht des Ermordeten gezählt worden, darunter ein acht Zentimeter langer Schnitt, der die Kehle durchtrennte.
In der Urteilsbegründung wurde klar: Die Ehefrau hatte ein langes Martyrium hinter sich, ihr Mann war nicht nur extrem eifersüchtig, sondern auch gewalttätig. Er schlug sie, drohte ihr mit dem Tod. Im Januar 2025 rief sie die Polizei, die Beamten sprachen ein Annäherungsverbot aus. Daran hielt er sich nicht, mehrfach drang er in den nächsten Wochen in ihre Wohnung in Frankfurt ein. Dabei bedrohte er sie auch mit einem Messer und hielt ihr den Mund zu, bis sie keine Luft mehr bekam und Todesangst litt.
Tracker warnt
Im Februar 2025 wurde ihm für vier Monate die elektronische Fußfessel angebracht, die Ehefrau und die beiden gemeinsamen Kinder konnte sich sicherer fühlen: Ein Tracker warnte sie, sobald der Mann in ihre Nähe kam. Zudem begann die Frau eine Beziehung mit ihrem ehemaligen Nachbarn - dem späteren Mordopfer.
Ihr Ehemann hielt sich laut Urteil in den kommenden Monaten zurück: Obwohl er weiterhin extrem eifersüchtig war, gab er nach außen vor, die Trennung zu akzeptieren. Er zog in eine Wohnung in Friedberg (Wetteraukreis) und hielt sich im Wesentlichen an das Kontaktverbot - am 23. Juni 2025 wurde ihm die Fußfessel abgenommen. "Auf diesen Moment hatte er gewartet", so die Richterin.
Warten vor der Tür
Am Nachmittag des 2. Juli nahm er sich zu Hause ein Küchenmesser mit einer 12,50 Zentimeter langen Klinge und fuhr zur Wohnung seiner Frau im Frankfurter Stadtteil Bonames, dort legte er sich vor der Tür auf die Lauer. Er hörte Sexgeräusche des Paares und wie sich die beiden unterhielten. "Das hat sein Vorhaben noch bekräftigt", beschrieb es die Richterin.
Er wusste: Später am Nachmittag würde seine Frau herauskommen, um den gemeinsamen Sohn von der Kita abzuholen. Als sie kurz nach halb vier Uhr die Wohnungstür öffnete, rannte er laut der Richterin sofort in den engen Flur und stach dort auf die Frau ein. Sie konnte sich noch schützend die Hände vor den Bauch halten und schließlich fliehen, als der Angreifer von ihr abließ und nun mit dem Messer auf ihren Freund einstach - erst im Flur und dann im Schlafzimmer.
Um 15.45 Uhr rief der Ehemann die Polizei und sagte, er habe einen Mann getötet. Dann wartete er vor der Haustür auf seine Festnahme. Das Urteil gegen ihn ist noch nicht rechtskräftig.