Mecklenburg-Vorpommern40.000 Demenzkranke in MV – Tendenz steigend

Die Zahl der Menschen mit Demenz dürfte in den nächsten Jahren deutlich steigen. Ein vom Schweriner Gesundheitsministerium vorgelegter Plan soll Betroffenen und Angehörigen helfen. Das steht drin.
Schwerin (dpa/mv) - Die Zahl der Demenzkranken wird in den nächsten 20 bis 30 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern deutlich steigen – davon geht Gesundheitsministerin Stefanie Drese aus. Bereits jetzt leben im Bundesland rund 40.000 Menschen mit der Krankheit, wie die SPD-Politikerin bei der Vorstellung des ersten Demenzplans für MV sagte. Mit dessen Hilfe soll Betroffenen und ihren Angehörigen das Leben erleichtert werden.
Zwar wird die Zahl der Pflegebedürftigen in MV der Prognose zufolge nicht weiter zunehmen. Aktuell sind es demnach etwa 140.000. Doch der Anteil der Pflegebedürftigen mit Demenz werde wachsen, so Drese. Demenz sei eine Krankheit des hohen Alters.
Der Vorsitzende der Alzheimergesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, Lars Krychowski, sagte, der erwartete Zuwachs an Betroffenen stelle alle Beteiligten – von Pflegediensten und -heimen über das Gesundheitswesen bis hin zu Feuerwehren – vor Herausforderungen. Für Feuerwehrleute sei es wichtig zu wissen, wie man handelt, wenn ein Mensch aus einer brennenden Wohnung gerettet werden soll, der an Demenz leidet und sich in einer völlig anderen Situation wähnt. Auch die Mitarbeiter an Supermarktkassen und Bankangestellte sollten sich auf Demenz-Betroffene einstellen.
Demenz-Plan gibt Empfehlungen für die Zukunft
Der in Schwerin präsentierte Plan versammelt zehn "Handlungsfelder" rund um Demenz, die von der Vorbeugung über Unterstützungsangebote für Betroffene und ihre Angehörigen bis hin zum Thema Wohnen reichen. Der Plan hat empfehlenden Charakter und bleibt überdies Aussagen schuldig, wie die empfohlenen Maßnahmen bezahlt werden sollen.
Eine Empfehlung in dem Plan lautet etwa: "Prüfung der Möglichkeiten zur Etablierung inkl. Finanzierung von Demenzzentren nach dem Vorbild des Zentrums Demenz Schwerin, die gleichzeitig informieren, beraten und Angebote vorhalten." Eine andere: "Prüfung der Weiterentwicklung von Rehabilitationsangeboten für Nahestehende von Menschen mit Demenz." Eine dritte: "Prüfung der Möglichkeiten des Auf- und Ausbaus niedrigschwelliger Präventionsmaßnahmen für Betroffene zur Verzögerung des Krankheitsverlaufes und zum Erhalt der funktionalen Gesundheit."
Warnung vor Drogenrausch
Wichtig für jüngere Menschen, für die der Gedanke an eine mögliche eigene Demenz noch weit weg ist, sei die Vorbeugung, sagte Krychowski. Dazu gehöre ein gesunder Lebensstil mit Vermeidung von zu viel Zucker und Fleisch, aber auch mit der Vermeidung von Drogen. Mehrere Tage Rausch bei einem Festival – "das wird Spätfolgen haben", sagte er. Studien zufolge können häufige Alkohol- und Drogenexzesse im Teenageralter eine spätere Demenz begünstigen.
Drese ergänzte, eine besondere Rolle bei der Demenz-Vorbeugung spiele das mittlere Alter zwischen 45 und 60 Jahren. Neben gesunder Ernährung und genügend Bewegung sei vor allem auch viel sozialer Austausch mit anderen Menschen wichtig. Aus dem Ministerium gab es noch die Empfehlung, sich Ungewohntem zu stellen, etwa eine neue Sprache zu lernen, um das Gehirn fit zu halten.