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HessenFinanzminister Schäfer verteidigt umstrittene Bonpflicht

15.01.2020, 12:10 Uhr
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(Foto: Arne Dedert/dpa)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) hat die Einführung der Bonpflicht verteidigt und den Deutschen in diesem Zusammenhang eine Neigung "zu einer gewissen Grundhysterie" unterstellt. "Wir tun uns alle keinen Gefallen, politisch für richtig erkannte Entscheidungen, nur weil es eine öffentliche Kampagne gibt, am Ende wieder zu revidieren", sagte er am Mittwoch in Frankfurt. "Wenn der Bundesrechnungshof in seinen Schätzungen vermutet, dass wir jährlich in diesem Bereichen zehn Milliarden hinterzogene Umsatzsteuer haben, dann ist das die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der Politik zu reagieren."

Er verstehe jeden Bäcker, der sage, ohne Bonpflicht zu arbeiten sei schöner. "Aber da ich auch samstags meine Brötchen selber hole, habe ich mir das mal aufmerksam angeguckt: Ich habe nicht den Eindruck, dass die Geschäftsabläufe so wesentlich gestört werden, dadurch dass der Bon ausgedruckt und am Ende neben die Brötchen gelegt wird."

Möglicherweise seien die Deutschen auch "ein Volk von Menschen, die solche Fragestellungen durchaus mit der Bereitschaft zu einer gewissen Grundhysterie betrachten". Er wolle nur an die Einführung der fünfstelligen Postleitzahlen oder der IBAN-Nummern erinnern. Befürchtungen, dass die Post nicht ankomme oder Zahlungsverkehr zusammenbreche, seien damals auch nicht eingetreten.

Seit Jahresbeginn müssen Händler mit elektronischen Kassensystemen ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen. Damit soll Steuerbetrug über Mogelkassen verhindert werden. Die Bonpflicht ist umstritten wegen der Kosten, des Mehraufwands an Bürokratie und des Müllaufkommens. Quittungen können auch per Mail auf das Handy ausgegeben werden.

Hessisches Finanzministerium

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