HessenHessens Regionalligisten: Kompassmodell unausgereift

Die hessischen Fußball-Regionalliga-Vereine stehen einer Veränderung nicht im Weg. Sie wünschen sich aber mehr Transparenz.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die hessischen Viertliga-Vereine halten das favorisierte Aufstiegsmodell für die Fußball-Regionalligen in Deutschland für nicht ausgereift. Sie seien aber bereit, konstruktiv an einer Lösung mitzuwirken. Voraussetzung dafür seien ein transparentes Verfahren, belastbare Zahlen und die ergebnisoffene Prüfung aller Modelle, heißt es in einem gemeinsamen Statement der Offenbacher Kickers, KSV Hessen Kassel, TSV Steinbach-Haiger, FSV Frankfurt und SG Barockstadt Fulda-Lehnerz.
"Bevor weitreichende Entscheidungen getroffen werden, müssen die sportlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Auswirkungen transparent dargestellt und die verschiedenen Modelle fundiert miteinander verglichen werden", heißt es in dem Schreiben. "Eine Reform dieser Tragweite darf nicht auf Grundlage ungeklärter Eckpunkte beschlossen werden."
Kritik: Möglicher Verlust von Derbys
Die hessischen Vereine kritisieren, dass aufgrund der geografischen Lage in dem diskutierten Kompassmodell nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie aus ihrem angestammten Verbandsgebiet herausgerissen werden. Dies sei mit dem Verlust attraktiver Spiele und Derbys verbunden sowie mit wirtschaftlichen Einbußen.
Zudem wiesen sie die Darstellung zurück, die hessischen Vereine oder die Regionalliga Südwest würde eine Reform verhindern wollen und verwiesen auf die eigenen bereits getätigten Schritte zur Professionalisierung des Spielbetriebs. "Es kann nicht sein, dass nun der Eindruck entsteht, die Regionalliga Südwest müsse die Probleme anderer Regionen lösen", sagten die Vereine. Eine Reform gelinge nur gemeinsam und nicht, indem einzelne Beteiligte pauschal zum Hindernis erklärt werden würden.
DFB-Bundestag noch im Dezember
Seit Jahren wird darüber diskutiert, die aktuell fünf Regionalliga-Staffeln so zu reformieren, dass am Ende einer Saison alle Viertliga-Meister in die 3. Liga aufsteigen können. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte noch für dieses Jahr einen außerordentlichen Bundestag am 18. Dezember an, um ein neues Modell zu beschließen. Nach dem Kompassmodell sollen vier Staffeln mit jeweils 20 Mannschaften gebildet werden, die in jeder Saison nach geografischen Gesichtspunkten zusammengestellt werden.