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HessenRadrennen Eschborn-Frankfurt: Strecke, Favoriten und TV

28.04.2026, 10:06 Uhr
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Die 63. Ausgabe des Radklassikers Eschborn-Frankfurt hat es in sich. Das Streckenprofil wurde verschärft, die Distanz um ein paar Kilometer verlängert. Ein klarer Topfavorit ist nicht auszumachen.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Zum 63. Mal steigt am Freitag der Radklassiker Eschborn-Frankfurt. Das Teilnehmerfeld beim Profirennen, das zur World Tour und damit zur höchsten Rennserie des Weltverbands UCI zählt, ist auch in diesem Jahr prominent besetzt. Die Veranstaltung, die einst als "Rund um den Henninger-Turm" bekannt wurde und traditionell am 1. Mai steigt, dürfte wieder viele Radsportfans an die Straßenränder ziehen.

Was ist neu in diesem Jahr?

Die Profis starten wegen Bauarbeiten am Rathausplatz in Eschborn auf dem Eschenplatz. Das Streckenprofil wurde im Vergleich zu den Vorjahren verändert, die Distanz um ein paar Kilometer verlängert, der Schwierigkeitsgrad erhöht. Es geht über 211,4 Kilometer und mehr als 3.300 Höhenmeter.

"Der Radklassiker war bereits hart, jetzt erhöht die Strecke den Anspruch noch einmal deutlich. Wir sehen das auch an der Zusammenstellung der Teams: Es werden weniger Sprinter nominiert, dafür mehr bergfeste Klassikerfahrer", sagt Fabian Wegmann, der Sportliche Leiter des Rennens und zweimalige Sieger.

So erfolgen unter anderem beide Auffahrten über den Feldberg über die schwierigere südwestliche Seite. Zudem feiert der Burgweg in Schmitten-Niederreifenberg Premiere. Der kurze und knackige Anstieg mit einer Länge von rund 500 Metern und einer durchschnittlichen Steigung von etwa elf Prozent wird dreimal befahren.

Wann geht es los?

Nachdem sich die Fahrer ab 10.30 Uhr bei der Einschreibung in Eschborn den Fans präsentieren, erfolgt um 11.45 Uhr der neutralisierte Start. Dann geht es für die Elite auf den selektiven Kurs. Im Ziel vor der Alten Oper in Frankfurt werden die ersten Fahrer gegen 17.00 Uhr erwartet.

Wer sind die Favoriten?

Einen klaren Topfavoriten gibt es nicht. Das macht es aber umso spannender. Superstar Tadej Pogacar vom Team UAE nimmt zwar nicht am Rennen teil, Siegchancen hat seine Mannschaft aber trotzdem. Nach vorläufigen Angaben des Veranstalters nimmt für das Pogacar-Team unter anderem der Amerikaner Brandon McNulty teil, der im vergangenen Jahr die Polen-Rundfahrt gewann und auch schon Etappensiege beim Giro d'Italia und der Vuelta a España gefeiert hat.

In Topform zeigte sich zuletzt der Spanier Pello Bilbao vom Team Bahrain Victorious. Er wurde beim Ardennen-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich am Sonntag Sechster. Auch Bilbaos Landsmann Alex Aranburu vom Team Cofidis präsentierte sich im Frühjahr bislang in guter Form. Einen erneuten Sieg in Frankfurt will Søren Kragh Andersen von Lidl-Trek feiern. Der Däne gewann vor drei Jahren Eschborn-Frankfurt.

Auf welchen Fahrern ruhen die deutschen Hoffnungen?

Die deutschen Profis zählen in Abwesenheit von Florian Lipowitz, der bei der vergangenen Tour de France Dritter wurde, zu den Außenseitern. Einer der Hoffnungsträger ist Georg Zimmermann, der bei Lüttich-Bastogne-Lüttich 26. und damit bester Deutscher war. Das Streckenprofil dürfte auch Maximilian Schachmann und Lennard Kämna liegen. Beide feierten früh in ihrer Karriere Erfolge, wurden dann aber durch Verletzungen und Krankheiten immer wieder zurückgeworfen.

Der bekannteste deutsche Name auf der vorläufigen Starterliste ist John Degenkolb, der nach einer Zwangspause im Vorjahr wegen einer Verletzung wieder zu seinem Heimrennen zurückkehrt. Der Lokalmatador gewann den Radklassiker schon einmal 2011. Ob ihm im Alter von 37 Jahren ein erneuter Coup gelingt, ist fraglich. Degenkolb könnte das verschärfte Streckenprofil zum Verhängnis werden.

Wie hoch ist das Preisgeld?

Die Gesamtsumme bei der 63. Auflage beträgt 45.846 Euro. Für den Sieg gibt es 16.000 Euro, für Platz zwei 8.000 Euro, für Rang drei 4.000. Für den 20. Platz werden immerhin noch 400 Euro ausgeschüttet.

Inwieweit gibt es Verkehrseinschränkungen?

Aufgrund des Radklassikers kommt es nach Angaben des Veranstalters am 1. Mai im Bereich Eschborn, Frankfurt und Taunus zu Streckensperrungen. Im Bereich der Ziellinie werden schon am Donnerstag Straßen gesperrt. Der Radklassiker wirkt sich auch auf den ÖPNV in Frankfurt und Umgebung aus. Im Bus- und Straßenbahnverkehr kommt es zu Umleitungen, Ausfällen und geänderten Fahrplänen. Der Großteil der S-Bahnen und U-Bahnen sei "von den oberirdischen Straßensperrungen in der Regel nicht betroffen", heißt es vom Veranstalter.

Wo ist der Klassiker im TV zu sehen?

Wer es am 1. Mai nicht an die Strecke schafft, kann sich es vor dem Bildschirm gemütlich machen. Der Hessische Rundfunk überträgt das Rennen in voller Länge im Fernsehen und in der ARD-Mediathek.

Quelle: dpa

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