HessenStart-ups sollen Pharmastandort Marburg Schwung bringen

Wie kann die Pharmabranche in Marburg nach Arbeitsplatzverlusten wieder zulegen? Start-ups stehen im Mittelpunkt der Pläne für den Standort.
Marburg (dpa/lhe) - Nach Stellenstreichungen bei Pharmaunternehmen hofft Marburg auf neuen Schwung durch Unternehmensgründungen in der Branche. Dafür soll ein erst vor wenigen Jahren errichteter Forschungs- und Entwicklungs-Campus des Unternehmens CSL Behring mit Labor- und Büroflächen zur Verfügung gestellt werden. "Wir hoffen, dass wir das bis Jahresende ans Laufen bekommen", sagte der Präsident der Marburger Philipps-Universität, Thomas Nauss, der Deutschen Presse-Agentur.
Die Flächen werden frei, weil CSL die bei der Tochter CSL Innovation gebündelten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Marburg einstellt. Bereits zuvor war geplant, in dem Campus eine Drehscheibe für Gründer in den Bereichen Pharma, Biotechnologie und Life Sciences zu schaffen, diese Idee solle jetzt trotz der Schließung umgesetzt werden, sagte Nauss.
Wissenschaftler und Branchenexperten sollen dort künftig Seite an Seite arbeiten können, erklärte eine CSL-Sprecherin. "Das stärkt den Forschungsstandort Marburg und nutzt die vorhandene hochwertige Infrastruktur."
CSL sowie das Biotechnologieunternehmen Biontech und der Standortbetreiber Innexis hatten in den vergangenen eineinhalb Jahren Stellenstreichungen angekündigt und damit Sorgen um die für Marburg wichtige Branche geschürt. Rund 1.500 Arbeitsplätze könnten in der mittelhessischen Stadt durch die Einschnitte verloren gehen. Bei CSL steckt ein Sparkurs hinter den Einschnitten, Biontech hatte sie mit einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und Kosteneinsparungen begründet. Das Mainzer Unternehmen, das während der Corona-Pandemie durch seinen Impfstoff weltbekannt geworden war, prüft für Marburg und weitere Standorte mögliche Veräußerungsoptionen.