HessenWer räumt am besten? Schneepflugmeisterschaft in Eschwege

Ein Unimog mit drei Meter breitem Pflug, dazu knifflige Aufgaben: In Eschwege wird entschieden, wer Hessens bester Schneepflugfahrer wird.
Eschwege/Kassel (dpa/lhe) - Rückwärts mit dem Schneepflug durch Engstellen fahren, Reifenstapel zentimetergenau in Position schieben, Holzpyramiden abräumen. Wer Hessens bester Schneepflugfahrer werden will, braucht Geschicklichkeit und Präzision. 21 Mannschaften aus dem ganzen Land - jeweils Fahrer und Beifahrer - kämpfen am Donnerstag in Eschwege (Werra-Meißner-Kreis) bei der 5. Hessischen Meisterschaft im Schneepflugfahren um den Titel.
Auf die präzise Steuerung kommt es an
"Der Parcours in Eschwege sieht insgesamt neun Stationen vor, in denen Schnelligkeit, Präzision und Geschicklichkeit gefordert sind - und damit eben genau die Anforderungen, auf die es im alltäglichen Winterdienst ankommt", erklärt Nico Beck, Pressesprecher von Hessen Mobil in Eschwege. Die Straßenverwaltung des Landes Hessen ist Ausrichter des Wettbewerbs.
Es würden reale Gegebenheiten simuliert, um für den Ernstfall optimal vorbereitet zu sein, erläutert Beck. "Dazu zählt die präzise Steuerung des Schneepflugs sowie der gesamte perfekte Umgang mit dem Unimog." Denn das Fahrzeug ist nicht gerade klein. Der neun Tonnen schwere Unimog ist laut Beck etwa sieben Meter lang und drei Meter hoch, der Schneepflug drei Meter breit. Motorleistung: 272 PS.
Mut, Geschicklichkeit und Umsicht
Wichtige Fähigkeiten der Winterdienst-Profis seien unter anderem eine hohe Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit für lange und anspruchsvolle Einsätze, sagt Beck. Außerdem bräuchten sie "Mut und mentale Stärke, eine gehörige Portion Geschicklichkeit und Präzision in der Steuerung des Fahrzeugs sowie natürlich Umsicht und gute Einschätzungen von Gefahrenverhältnissen".
Winterdienst funktioniere nur gut, wenn Mensch und Maschine perfekt eingespielt seien. Deshalb trainierten die Mitarbeitenden regelmäßig. "Denn wenn Schnee und Eis die Fahrbahnen bedecken, sind die Winterdienstfahrer von Hessen Mobil schon unterwegs, bevor der Berufsverkehr einsetzt", betont Beck. "Sie befahren als Erste die schneebedeckten und glatten Straßen - genau unter den Bedingungen, vor denen sie später andere Verkehrsteilnehmer schützen."
"Fahrer leisten unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit"
Sie sorgten dafür, dass Fahrbahnen wieder sicher passierbar werden. "Dabei sind sie selbst großen Risiken ausgesetzt wie beispielsweise schlechter Sicht, Glätte, Schneeverwehungen und eingeschränkter Kontrolle über das eigene Fahrzeug." Jeder Einsatz erfordere Erfahrung, Konzentration und Verantwortungsbewusstsein.
"Die Arbeit der Winterdienstfahrer ist deshalb weit mehr als das Räumen und Streuen von Straßen", betont Beck. Sie leisteten einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit und Mobilität aller. "Sie nehmen persönliche Gefahren auf sich, damit andere diese Gefahren möglichst sicher umgehen können."
Deutscher Meister kommt aus Hessen
Ihr fahrerisches Können präsentieren die Teams jetzt in Eschwege. Entscheidend ist eine fehlerfreie und möglichst schnelle Fahrt. Die besten Teams des Turniers qualifizieren sich direkt für die nächste Deutsche Meisterschaft im Schneepflugfahren.
Die wird übrigens in Hessen ausgetragen, laut Beck vom 2. bis 4. September 2027 in Willingen (Landkreis Waldeck-Frankenberg). Denn der Titelverteidiger der Hessischen Meisterschaft, Michael Wilhelmi von der Straßenmeisterei Oberweiher, ist zugleich der amtierende deutsche Meister.