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Mecklenburg-VorpommernFall Fabian: Angeklagte will ihr Schweigen brechen

18.06.2026, 15:45 Uhr
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Die Angeklagte im Fall des getöteten Fabian war laut Zeugen mehrmals am Fundort der Leiche. Und das zu einem Zeitpunkt, als das Kind noch als vermisst galt. Ihr Anwalt macht eine wichtige Ankündigung.

Rostock (dpa/mv) - Die des Mordes an dem achtjährigen Fabian angeklagte Frau will sich Anfang August in dem Strafprozess erstmals äußern. Das kündigte ihr Verteidiger Thomas Löcker am Schluss des 13. Verhandlungstages am Landgericht Rostock an. In welchem Umfang und zu welchen Themen seine Mandantin sich äußere, müsse aber noch geklärt werden.

Als Termin stellte er den Verhandlungstag am 6. August in Aussicht. Dafür wird die Kammer des Landgerichts nach Angaben des Richters den Vormittag des Sitzungstages reservieren. Zwischen dem 9. Juli und dem 6. August gibt es eine vierwöchige Verhandlungspause, die die Verteidigung mit der Angeklagten zur Vorbereitung nutzen will.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-jährigen Deutschen vor, den aus Güstrow stammenden Fabian am 10. Oktober 2025 mit sechs Messerstichen getötet und dann angezündet zu haben. Sie selbst meldete der Polizei am 14. Oktober den Fund des Leichnams, den sie nach damaligen Angaben zufällig beim Spazierengehen mit dem Hund gefunden haben will. Vor Gericht schwieg die Frau bislang.

"Wir haben ihn gefunden"

Nach Zeugenaussagen war sie zuvor zweimal mit jeweils einem Bekannten am 13. Oktober an dem Fund- und mutmaßlichen Tatort an einem Tümpel bei Klein Upahl. Das habe sie auch in einem Telefonat am Morgen des 14. August gesagt, berichtete eine ehemalige Freundin, die heute als Zeugin vor der Schwurgerichtskammer aussagte.

"Wir haben ihn gefunden. Er ist tot" habe sie ihr in dem Telefonat gesagt, erinnerte sich die 52-jährige Bekannte. Sie habe die Angeklagte damals sofort gefragt, warum sie nicht die Polizei gerufen habe. Das habe diese aber abgelehnt, weil sie nicht gewusst habe, wie sie ihren vorherigen Aufenthalt an dem Ort hätte erklären können.

Am 14. Oktober fuhr die Angeklagte mit der Zeugin und zwei Hunden zum Fundort. Während die Zeugin nach eigener Schilderung in einiger Entfernung mit ihrem Rollator stehen blieb, sei die Angeklagte zielstrebig mit den zwei Hunden über einen Acker zum Fundort an dem Wasserloch gegangen. "Er ist noch da. Es sieht schlimmer aus", habe sie bei der Rückkehr gesagt.

Mittlerweile glaube sie, dass die Angeklagte sie nur wegen eines Alibis dorthin mitgenommen habe und die Hunde den Ort hätten finden sollen, um sie zu entlasten, sagte die Zeugin in einer vorherigen Aussage bei der Polizei. Diesen Eindruck bestätigte sie vor Gericht. "Das kam mir alles sehr komisch vor."

"Man wusste nie, was einen erwartet"

Zwei Zeugen hatten an den beiden vorangegangenen Verhandlungstagen bereits ausgesagt, dass sie mit der Angeklagten am späten Abend des 13. Oktober am Fundort an dem Tümpel waren. Dort lag die stark verbrannte Leiche des Jungen hinter einem Gebüsch.

Die Zeugin am Donnerstag ist eine frühere Nachbarin und Freundin der Angeklagten. Auch sie berichtete von Beziehungsproblemen zwischen der 30-Jährigen und dem Vater Fabians, mit dem die Angeklagte jahrelang liiert war und nach einer Trennung im August vorigen Jahres wieder zusammen ist. Die Bandbreite habe zwischen Harmonie und Eskalation gelegen. "Man wusste nie, was einen erwartet. Sie konnten nicht miteinander und konnte nicht ohneeinander."

Fabians Vater habe die Angeklagte finanziell unterstützt, so die Zeugin. Sie habe das Verhältnis eher als Zweckbeziehung wahrgenommen. Finanziell sei die Lage der Angeklagten stets angespannt gewesen. Sie habe zwar Rente bezogen, aber auch ihre fünf Pferde versorgen müssen. Eines der Tiere aus Kostengründen abzuschaffen, sei ein Tabu-Thema gewesen.

Der Prozess wird am 23. Juni fortgesetzt. Dann sollen mehrere Polizeibeamte als Zeugen gehört werden, darunter eine Beamtin, die die Angeklagte vernommen hat. Der Prozess begann am 28. April. Es sind Termine bis zum 10. September angesetzt.

Quelle: dpa

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