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Niedersachsen & Bremen Corona-Zahlen leicht angestiegen: Niedersachsen rüstet sich

Ein Abstrich für das Testverfahren auf das Coronavirus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich auch in Niedersachsen aus. Auch durch Urlaubsreisen werden Neuinfektionen befürchtet. Das Land mahnt Reisende zur Vorsicht - und organisiert eine Impfaktion für Kinder und Jugendliche.

Hannover (dpa/lni) - Wegen einer leicht steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen müssen die Menschen in Teilen Niedersachsens sich erneut auf strengere Corona-Regeln einstellen. Mit zunehmendem Impffortschritt will die Landesregierung aber prüfen, ob künftig neben der Sieben-Tage-Inzidenz Kriterien wie die Krankenhausbelastung berücksichtigt und ob Lockerungen auch bei höherer Inzidenz aufrecht erhalten werden können, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstag in Hannover. Ab dem Wochenende greift die neue Corona-Verordnung des Landes mit punktuellen Lockerungen der Regeln, die im Übrigen für vier Wochen verlängert werden.

DIE INFEKTIONSLAGE: Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag am Dienstag im Landesschnitt bei 5,8 nach 5,4 am Montag. In fünf Landkreisen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei null, in der Region Hannover, den Städten Wolfsburg, Salzgitter, und im Kreis Cloppenburg wurde der Schwellenwert von 10 allerdings überschritten. 21 Corona-Erkrankte liegen derzeit auf der Intensivstation eines Krankenhauses, 14 davon müssen künstlich beatmet werden. "Auch in Niedersachsen breitet sich die Delta-Variante aus", sagte die Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder.

SCHÄRFERE REGELN: Liegt die Inzidenz am dritten Tag in Folge über 10, sieht die Corona-Verordnung schärfere Regeln vor. Privat können sich nur noch bis zu zehn Personen treffen - egal, ob drinnen oder draußen. Geimpfte, Genesene und Kinder unter 14 zählen nicht mit. Auf Wochenmärkten gilt wieder die Maskenpflicht, ebenso in den Innenbereichen von Restaurants oder Theatern, bis man auf seinem Platz sitzt. Reisende, die in einer betroffenen Region in einem Hotel übernachten, müssen einen negativen Corona-Test bei Ankunft vorlegen, außerdem sind während des Aufenthalts zwei Tests pro Woche vorgeschrieben. In den Kitas und Schulen ändert sich zunächst nichts.

URLAUBSREISEN ALS INFEKTIONSQUELLE: Über die geltenden Einreiseregeln hinaus appelliert die Landesregierung an alle Niedersachsen, sich vor und nach einer Reise auf das Coronavirus testen zu lassen und in den ersten Tagen nach der Rückkehr intensive Kontakte und Großveranstaltungen zu meiden. Die wieder anziehende Infektionslage in den Niederlanden beobachten die Behörden und Grenzlandkreise sehr genau, größere Sorge bereitet aber die Lage in den Hauptreiseländern, sagte Pörksen. Das Land forderte das Bundesgesundheitsministerium zu Schritten auf, die einen Eintrag des Virus über die Grenzen bremsen.

IMPFFORTSCHRITT: 60,9 Prozent der Niedersachsen haben inzwischen mindestens eine Erstimpfung erhalten, 40,8 Prozent auch bereits die zweite Impfdosis. 58,4 Prozent der 18- bis 59-Jährigen und 87,1 Prozent der Menschen ab 60 haben inzwischen mindestens eine Erstimpfung erhalten. Vom Astrazeneca-Impfstoff hat das Land keine neuen Dosen mehr bestellt, je nach Impfzentrum ist es inzwischen schwierig, die noch vorhandenen Bestände aufzubrauchen, sagte Schröder. Viele Menschen lehnten den Impfstoff von Astrazeneca ab.

IMPFAKTION FÜR KINDER UND JUGENDLICHE: Vor dem Ferienstart organisiert Niedersachsen am kommenden Sonntag eine landesweite Impfaktion für Kinder und Jugendliche, in die rund die Hälfte der 50 Impfzentren eingebunden sind. Rund 27.000 Impfdosen gegen das Coronavirus sind für den Aktionstag reserviert, sagte Schröder. Termine können über die Hotline ausschließlich telefonisch reserviert werden, die Bindung an das örtliche Impfzentrum ist für die Aktion aufgehoben.

NEUE CORONA-VERORDNUNG: Die neue Corona-Verordnung des Landes soll voraussichtlich von Freitag an greifen. Zu den geplanten geringfügigen Lockerungen gehören Erleichterungen für Besucher in der Tages- und Altenpflege, ein Wegfall der Maskenpflicht für Marktkaufleute bei einer Inzidenz unter 10 sowie Regelungen für Großveranstaltungen.

© dpa-infocom, dpa:210712-99-348373/5

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