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Niedersachsen & BremenDiese neuen Studiengänge gibt es im Nordwesten

22.10.2026, 04:31 Uhr
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Arbeitswelt und wissenschaftliches Wissen ändern sich - und das Studienangebot passt sich an. Bei Studierenden stößt das offenbar auf großes Interesse.

Hannover/Bremen (dpa/lni) - Lehramts-Quereinstieg, Batterie- und Wasserstoff-Technologie oder Angewandte Statistik - an Hochschulen und Universitäten gibt es zum neuen Studienjahr in Niedersachsen und Bremen zahlreiche neue Studiengänge. Allein in Niedersachsen sind es 32, mit Promotions- und Teilstudiengängen gar 45, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte. An den meisten Hochschulen haben die Vorlesungen bereits wieder begonnen - und an manchen von ihnen hat sich am Studienangebot auch gar nichts geändert.

Von Bachelor bis Doktor - was sind die neuen Studiengänge?

Besonders wichtig ist dem Wissenschaftsministerium der Quereinstiegs-Masterstudiengang für das Lehramt an Haupt- und Realschulen. Er werde mit dem anlaufenden Wintersemester erstmalig an den Universitäten Lüneburg und Hildesheim angeboten. Der Studiengang richtet sich demnach an Absolventen von Bachelorstudiengängen, "die sich eine Tätigkeit als Lehrkraft an Haupt-, Real-, Ober- oder Gesamtschulen vorstellen können", wie das Ministerium mitteilte. Die Interessierten sollen einen Bachelor-Abschluss aus dem Bereich von mindestens einem Unterrichtsfach vorweisen. Falls ein zweites Unterrichtsfach fehlt, würden Grundlagen dazu in einem gesonderten Programm vermittelt.

Gleich fünf neue Studiengänge gibt es an der Universität Bremen zum Wintersemester: zwei Masterstudiengänge im Bereich der Prozessentwicklung und Nachhaltigkeit, ein Masterstudiengang zu digitalen Medien sowie zwei Bachelorstudiengänge zu den Themen Sport und Gesundheit sowie öffentliches Gesundheitswesen.

An der TU Braunschweig ist ein Masterstudiengang zu Batterie- und Wasserstoff-Technologien neu, an der Universität Göttingen können Bachelor-Studierende ab diesem Wintersemester neu Angewandte Statistik studieren, und Promovierende der Theologischen Fakultät können den "PhD"-Titel erwerben.

An der Hochschule Hannover startet mit dem Wintersemester ein Bachelorstudiengang zu erweiterter Pflegepraxis. Neu an der Universität Hannover sind die Bachelorstudiengänge Digital Business sowie Medizintechnik zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover. Im Studiengang Medizintechnik geht es dabei den Angaben nach unter anderem um den Einsatz von KI und Robotik in der Medizin, die Arbeit mit Stammzellen oder die Entwicklung von Gehhilfen für Menschen, die nicht laufen können. Das seien hochaktuelle Themenbereiche.

Eingestellt wurde etwa der Masterstudiengang Romanistik International an der Uni Bremen mangels Interesse. Die Uni Osnabrück bietet keinen neuen Studiengang zum Wintersemester an.

Wie ist die Nachfrage nach den neuen Angeboten?

Die Nachfrage ist ausgesprochen gut. Die Hochschule Hannover berichtet davon, dass der neue Bachelorstudiengang direkt ausgebucht sei. Auch die Universität Hannover berichtet von mehr Bewerbungen als verfügbaren Studienplätzen. Die Uni Bremen spricht bei ihren neuen Angeboten von einer "großen", "sehr hohen" oder "sehr guten" Nachfrage.

Warum ändert sich das Studiengangsangebot?

Die neuen Studiengänge "tragen dazu bei, aktuelle Bedarfe in Wissenschaft, Gesellschaft und Arbeitsmarkt aufzugreifen", heißt es aus dem niedersächsischen Wissenschaftsministerium. Von der TU Braunschweig hieß es etwa, der neue Masterstudiengang dort verbinde vorhandene Forschungskompetenzen mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Junge Menschen sollten nicht nur auf bestehende Berufsbilder vorbereitet werden, sondern auch an neuen Technologien mitentwickeln. In der Batterie- und Wasserstoffforschung verfüge die TU Braunschweig über "herausragende Forschungskompetenzen". Die Studierenden sollen demnach von diesem Umfeld profitieren.

Aber auch die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt spielen eine Rolle. So trägt der neue Bachelorstudiengang zur Pflege an der Hochschule Hannover steigenden Anforderungen in dem Berufsbild Rechnung, wie die Hochschule mitteilte. Die Branche stehe etwa unter dem Einfluss des demografischen Wandels und einer zunehmenden Komplexität des Gesundheitswesens.

Auch eine Veränderung der Studierendenschaft spiegelt sich in den Studiengängen wider. So soll etwa der neue Masterstudiengang Digital Media an der Universität Bremen zur Internationalisierung des Studiengangs und zur Vergrößerung der Zielgruppe beitragen.

Wie regelmäßig gibt es neue Studiengänge?

In Niedersachsen kommt das laut dem Wissenschaftsministerium nahezu jedes Jahr an den zusammen 20 staatlichen Hochschulen vor. Parallel würden bestehende Angebote verändert oder bei zu geringer Nachfrage eingestellt. Bei großen Veränderungen der Studieninhalte und -anforderungen würden mitunter auch die Namen der Studiengänge angepasst. "Neue Themen und Kompetenzen finden dadurch schnell Eingang in bestehende Studiengänge und prägen zugleich die Entwicklung neuer Angebote", schreibt das Ministerium.

Von der Uni Hannover etwa hieß es, dass dort verstärkt Nachhaltigkeitsthemen in die Studiengänge integriert werden und die Vermittlung von KI- und Gründungskompetenzen eine größere Rolle spielen. Auch die Zusammenlegung von Studiengängen sei durch die Weiterentwicklungen möglich.

Quelle: dpa

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