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Niedersachsen & BremenErste Tigermücken-Population in Niedersachsen - und jetzt?

06.08.2026, 13:39 Uhr
Die-Asiatische-Tigermuecke-uebertraegt-Krankheiten-wie-Dengue-Fieber-Gelbfieber-und-Zika-Fieber
(Foto: picture alliance/dpa/epa efe)

Sie überträgt Krankheiten wie Dengue-Fieber oder Gelbfieber - und hat jetzt eine erste Brutstätte in Niedersachsen. Was die Ankunft der Tigermücke in Niedersachsen bedeutet.

Hannover (dpa/lni) - Vereinzelt wurde die Asiatische Tigermücke schon häufiger in Niedersachsen nachgewiesen. Jetzt wurde in Hannover die erste Brutstätte entdeckt, wie das Niedersächsische Landesgesundheitsamt mitteilte. Hat das nun Auswirkungen auf die Bevölkerung? Und wie sollten sich Menschen verhalten?

Vorab: "Eine erhöhte gesundheitliche Gefahr besteht aktuell nicht", teilte das Gesundheitsamt mit. Entdeckt wurde das neue Mückenvorkommen in einer Regentonne durch eine Bürgerin, die ein Foto an das Landesamt schickte. Weil dem Tier aber auch deutlich kleinere Wasservorkommen genügen, um Eier abzulegen, könnte sich die Population auch bereits ausgebreitet haben.

Welche Gefahren gehen von der Mücke aus?

"Durch die Tigermücke allein besteht noch keine erhöhte gesundheitliche Gefahr", erklärt Expertin Sonja Wolken vom Landesgesundheitsamt. Die bisher in Deutschland vorkommenden Mücken seien nicht mit Erregern infiziert. Jedoch kämen regelmäßig Reiserückkehrer nach Deutschland, die mit Erregern für das Dengue- oder Zika-Fieber infiziert sind - also jenen Erregern, die durch die Tigermücke übertragen werden können. Damit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis es auch hierzulande infizierte Mücken gibt, die dann wieder andere Menschen infizieren können.

So können Bürger bei der Eindämmung helfen

"Deshalb appellieren wir an die Bevölkerung, es der Mücke so schwer wie möglich zu machen - auch wenn sich die Ausbreitung aufgrund des Klimawandels langfristig wohl kaum aufhalten lässt", sagte Fachfrau Wolken. Rund um den Fundort des Vorkommens in Hannover seien Mückenfallen aufgestellt worden. Zudem wurden Nachbarn informiert und gebeten, mögliche weitere Brutstätten zu melden. Andrea Wünsch, Chefin des Gesundheitsmanagements der Region Hannover, ergänzte, dass Vogeltränken und andere Wasservorkommen möglichst einmal in der Woche gereinigt werden sollten.

Wie gelangen die Tiere nach Deutschland?

Im konkreten Fall ist noch unklar, wie die Tigermücken nach Hannover kamen. In der Vergangenheit fanden sie aber höchstwahrscheinlich über Warentransporte und Reisende den Weg nach Deutschland, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Heimisch ist die Art in Deutschland eigentlich nicht. Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde nach Deutschland eingeschleppt.

Aggressive Tiere

Die Tigermücke ist mit 0,5 Zentimetern vergleichsweise klein. Die "aggressive Art ist ausgesprochen lästig und macht Aufenthalte im Freien fast unmöglich", heißt es vom Landesamt. Wegen ihrer schwarz-weißen Streifen auf den Beinen hat sie ihren Namen erhalten. Das Muster ist aber nur bei guten Lichtverhältnissen und aus der Nähe zu erkennen. Häufig werde sie mit der Ringelmücke verwechselt. Diese sei aber größer und braun-weiß an den Beinen geringelt.

Quelle: dpa

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