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Sachsen-AnhaltWahl-O-Mat zur Landtagswahl ist online

06.08.2026, 14:08 Uhr
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Welche Partei steht meinen Einstellungen besonders nahe? Der Wahl-O-Mat kann bei der Wahlentscheidung für den 6. September helfen. Das steckt dahinter.

Magdeburg (dpa/sa) - Der Wahl-O-Mat gehört zu den meistgenutzten Informationsangeboten vor Wahlen - für die Sachsen-Anhalt-Wahl am 6. September ist er jetzt online. Die Landeszentrale und die Bundeszentrale für politische Bildung stellten ihn in Magdeburg vor. Zu finden ist er unter: www.wahl-o-mat.de. Er berücksichtigt aktuelle landespolitische Themen und will zeigen, wo sich die Parteien unterscheiden. Gleichzeitig soll das Angebot Gesprächsstoff bieten und anregen, sich weiter über Politik zu informieren. "Wir wollen die 500.000 Nutzerinnen und Nutzer knacken", sagte Pamela Brandt von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Wie hilft mir der Wahl-O-Mat bei der Entscheidung?

Zu 38 Thesen werden die Positionen der Parteien, die zur Landtagswahl antreten, verglichen. Das Frage- und Antwort-Tool zeigt, welche Partei der eigenen Position am nächsten kommt. Dabei wird der Grad der Übereinstimmung errechnet. Warum eine Partei eine Position vertritt, wird auch erläutert.

Brandt sagte, es gehe um einen Perspektivwechsel: die Menschen hören nicht einfach jemandem zu, sie sollen ihre Meinung angeben zu den 38 Thesen. Es würden keine Daten gespeichert, sagte Brandt. Erfasst werde nur, wie viele Menschen mitgemacht haben.

Um welche Themen geht es?

Die Thesen drehen sich um landespolitische Themen in verschiedenen Bereichen: es geht um Wirtschaft, Bildung, Migration, Familie und Finanzen. Abgefragt wird etwa, wie man zur Sonntagsöffnung von Geschäften steht, zur Windkraft und ob man die Ansiedlung von Rüstungsunternehmen befürwortet. Tempo 30 innerorts, ein Verbotsverfahren für extremistische Parteien und eine längere Grundschulzeit werden ebenso thematisiert.

Der Nutzer oder die Nutzerin des Wahl-O-Mats kann auf jede Frage mit "stimme zu", "stimme nicht zu", "neutral" oder "These überspringen" antworten. Man kann auch jederzeit zurückkehren und einzelne Antworten ändern. Nach der Beantwortung aller Aussagen kann der Nutzer den Themen, die ihm besonders wichtig sind, auch ein besonderes Gewicht geben.

Wer hat bestimmt, was in den Wahl-O-Mat kommt?

Pamela Brandt von der Bundeszentrale für politische Bildung erklärte, eine Jugendredaktion mit Jugendlichen aus ganz Sachsen-Anhalt, aber auch Expertinnen und Experten aus Politik und Wissenschaft hätten am Wahl-O-Mat mitgearbeitet. Im Mai hätten sie in Wittenberg in Themengruppen drei Tage lang Wahlprogramme gelesen. Dabei hätten sie die wichtigsten Themen herausgefiltert, die auch auf Landesebene entschieden werden können, sagte Brandt. Parteien lieferten ihre Antworten zu den 38 Thesen und begründeten sie. Das solle der Wahl-O-Mat leisten: "Wo sind die Unterschiede der Parteien."

Gibt es Alternativen zum Wahl-O-Mat?

Ja, es gibt auch andere: Dazu gehört der Sozial-O-Mat von der Diakonie Mitteldeutschland. Der bietet die Möglichkeit, seine eigenen Positionen zu den wichtigsten sozialen Themen der Wahl mit den Positionen der Parteien vergleichen. Die Diakonie Mitteldeutschland hat dafür nach eigenen Angaben alle zur Wahl antretenden Parteien aufgefordert, zu 20 Thesen Stellung zu nehmen und ihre Positionierung zu begründen.

Thematisch breit aufgestellt wie der Wahl-O-Mat ist der "Party-Check". Entwickelt wurde der von einem Forschungsteam um den Potsdamer Politikwissenschaftler Jan Philipp Thomeczek. Das Tool wurde auch schon bei anderen Wahlen veröffentlicht. Die Nutzerinnen und Nutzer werden durch 18 Fragen zu aktuellen politischen Themen wie Gemeinschaftsschulen, Klimaschutz, Zuwanderung und den Umgang mit der AfD geführt. Am Ende wird in Prozent angegeben, inwieweit die Nutzer mit den verschiedenen Parteien in den Themenbereichen übereinstimmen. Das gibt es auch in einer englischsprachigen Version.

Das Besondere laut Universität Potsdam: Die Parteipositionen stammen nicht von den Parteien selbst, sondern aus dem "Länder Expert Survey", einer Befragung, an der über 50 Expertinnen und Experten der Politikwissenschaft für Sachsen-Anhalt teilgenommen haben. Anders als beim Wahl-O-Mat ist auch: Die Nutzerinnen und Nutzer können zum einen ihre Daten vollständig löschen lassen oder durch die Beantwortung weiterer Fragen, beispielsweise zur eigenen Wahlabsicht, die wissenschaftliche Forschung unterstützen.

Quelle: dpa

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