Niedersachsen & BremenKein Exzellenztitel für Hochschulen aus Niedersachsen

Zwei Hochschulen aus Hannover und ein Verbund aus Oldenburg und Bremen haben sich um die prestigeträchtige Exzellenz-Förderung beworben. Nun sind die Entscheidungen gefallen - alle drei gleich.
Bonn (dpa/lni) - Niedersachsen und Bremen gehen bei der Auswahl neuer Exzellenzstandorte leer aus. Weder die Universität Hannover noch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) oder der gemeinsame Verbund der Universitäten Oldenburg und Bremen erhielten einen Zuschlag. Das teilten der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft nach der Entscheidung der Exzellenzkommission in Bonn mit.
Stattdessen gewinnen Freiburg, Jena, Köln – und zwei Verbünde
Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) hatte den Anspruch formuliert, mindestens eine Exzellenzuniversität in Niedersachsen zu haben. Doch stattdessen wurden die Universitäten Freiburg, Jena und Köln sowie die Verbünde der Rhein-Main-Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Mainz und der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dortmund ausgewählt.
Die Entscheidung verkündeten in einer Pressekonferenz unter anderem Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) – und Mohrs selbst. Sie stehen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz als Vorsitzende und stellvertretender Vorsitzender vor. Die Förderung der neuen Titelträger beginnt am 1. Januar 2027.
Entscheidung hat Folgen für Niedersachsens Hochschulen
Die Hochschulen hatten bereits vor der Entscheidung auf dpa-Anfrage erklärt, ihre strategischen Pläne auch ohne den Titel weiterzuverfolgen. Die Leibniz Universität Hannover rechnet dann allerdings mit einer Umsetzung in kleinerem Umfang und über einen längeren Zeitraum. Die MHH bezeichnete ihr Zukunftsprogramm als Entwicklungsplan für das kommende Jahrzehnt, dessen Umsetzung durch die Förderung hätte beschleunigt werden können.
Oldenburg und Bremen wollen ihre Zusammenarbeit in der "Northwest Alliance" fortsetzen und Professuren gemeinsam strategisch planen. Ohne die Förderung werden nach ihren Angaben jedoch Millionenbeträge für neue Professuren in gemeinsamen Forschungsbereichen fehlen.
Neuanträge von elf Universitäten und Uni-Verbünden zur Auswahl
Bundesweit standen Neuanträge von elf Universitäten und Universitätsverbünden zur Auswahl. Neben den drei Bewerbungen aus dem Nordwesten und den fünf Gewinnern waren dies ein Verbund der Universitäten Gießen und Marburg sowie die Universitäten Kiel und Würzburg. Bis zu fünf neue Exzellenzstandorte konnten ausgewählt werden – dieses Maximum wurde ausgeschöpft.
Die drei Bewerbungen aus Niedersachsen und Bremen erfüllten die formale Voraussetzung, bereits an geförderten Exzellenzclustern beteiligt zu sein. Für eine einzelne Hochschule waren mindestens zwei solche Forschungsverbünde nötig, für einen Universitätsverbund mindestens drei.
Ministerium will Ergebnisse auswerten
Die bereits bewilligte Förderung der Exzellenzcluster bleibt von der Absage unberührt. Wie das niedersächsische Wissenschaftsministerium vorab erläuterte, werden die sechs niedersächsischen Cluster seit Anfang 2026 für sieben Jahre bis Ende 2032 gefördert.
Für den Fall erfolgloser Bewerbungen kündigte das Ministerium an, die Ergebnisse mit den Universitäten und der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen auszuwerten und Voraussetzungen für die nächste Wettbewerbsrunde zu prüfen. Auch die Bremer Wissenschaftsbehörde hatte zugesagt, die erfolgreichen Cluster und die Zusammenarbeit mit Oldenburg unabhängig vom Ausgang weiter zu unterstützen.
Exzellenzstrategie fördert Spitzenforschung
Mit der Exzellenzstrategie fördern Bund und Länder Spitzenforschung an deutschen Hochschulen. Damit sollen Hochschulen und Universitätsverbünde langfristig gestärkt werden. Die Förderlinie Exzellenzuniversitäten richtet sich an Universitäten und Universitätsverbünde, die sich im Wettbewerb mit einem Gesamtkonzept bewerben.
Der Auswahl der neuen Exzellenzstandorte ging eine Begutachtung der Anträge voraus, unter anderem bei Besuchen vor Ort. Diese Vor-Ort-Besuche hatten von April bis Juni stattgefunden. Internationale Gutachtergruppen sollten dabei die Forschungsleistungen und die strategische Entwicklung der Standorte persönlich bewerten.
Die Entscheidung über die bisherigen Exzellenzstandorte war bereits im März gefallen: Zehn werden ab dem kommenden Jahr für weitere sieben Jahre gefördert. Sie waren nicht Teil des Wettbewerbs um die neuen Plätze.