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Rheinland-Pfalz & SaarlandJohannes Gutenberg-Universität Mainz bekommt Exzellenz-Titel

02.10.2026, 16:29 Uhr
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(Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)

Es ist eine wichtige Auszeichnung für die Uni Mainz: Der Exzellenz-Titel bringt viel Renommee und Geld für die Wissenschaft nach Rheinland-Pfalz. Die Freude ist entsprechend groß.

Bonn/Mainz (dpa/lrs) - Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz darf ab 2027 im Verbund mit zwei weiteren Rhein-Main-Hochschulen den Exzellenz-Titel tragen. Das hat der Wissenschaftsrat in Bonn verkündet. Die Hochschule in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt hatte sich als Allianz der Rhein-Main Universitäten (RMU) beworben - gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt und der Goethe-Universität Frankfurt.

Der Titel ist mit hohem Ansehen und viel Geld verbunden. Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern ist laut hessischem Wissenschaftsministerium der wichtigste Forschungsförderwettbewerb Deutschlands. Die RMU erhält ab kommenden Jahr eine Förderung von insgesamt bis zu 155 Millionen Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren, wie das Ministerium mitteilte. Der Bund stellt 75 Prozent der Finanzierung bereit.

Großes Lob von der Landesregierung

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) lobte: "Der Erfolg der Rhein-Main Universitäten ist ein großer Gewinn für Rheinland-Pfalz und für den gesamten Wissenschaftsstandort Deutschland." Er zeige eindrucksvoll, "welche Kraft entsteht, wenn herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, starke Hochschulen und Forschungseinrichtungen über Ländergrenzen hinweg gemeinsam an den großen Zukunftsfragen arbeiten".

Der Wissenschaftsminister von Rheinland-Pfalz, Clemens Hoch (SPD), sagte: "Diese Entscheidung ist eine hervorragende Nachricht für die Rhein-Main Universitäten und für den Wissenschaftsstandort Rheinland-Pfalz. Sie bestätigt eindrucksvoll, dass exzellente Forschung dort besonders stark ist, wo Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Länder ihre Kompetenzen partnerschaftlich bündeln." Die Förderung gebe dem Verbund für die kommenden sieben Jahre Planungssicherheit und neue Gestaltungskraft.

Als strategische Allianz der Rhein-Main Universitäten (RMU) decken die drei Universitäten ein breites und interdisziplinär eng verzahntes Fächerspektrum ab, wie das hessische Wissenschaftsministerium erklärte. Mit mehr als 90.000 Studierenden und 1.500 Professuren kooperierten sie eng in Forschung, Studium und Lehre, bei der Förderung junger Talente sowie dem Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft.

Die RMU bündelt ihre Kompetenzen nach eigenen Angaben in die vier Profilbereiche Data (Datenwissenschaften & KI), Health (Lebenswissenschaften & Medizin), Matter (Material- & Naturwissenschaften) und Society (Geistes- & Sozialwissenschaften).

Zehn Exzellenz-Unis bisher

Zehn Hochschulen und Verbünde in Deutschland dürfen sich schon länger Exzellenzuniversität nennen: die RWTH Aachen, die Universität Bonn, die TU Dresden, die Universität Hamburg, die Universität Heidelberg, das KIT Karlsruhe, die LMU München, die TU München, die Universität Tübingen sowie ein Verbund dreier Hochschulen in Berlin.

Ihre Förderung war im Frühjahr für weitere sieben Jahre verlängert worden. Exzellenzuniversitäten müssen sich alle sieben Jahre einer Überprüfung der Fördervoraussetzungen stellen. Hessen oder Rheinland-Pfalz waren bisher nicht vertreten.

Insgesamt 689 Millionen Euro

Neben der Förderung als Exzellenzuniversität gibt es im Rahmen der sogenannten Exzellenzstrategie noch die Förderung sogenannter Cluster. Dabei geht es um spezielle Forschungsprojekte an einzelnen oder mehreren Hochschulen gemeinsam. Nur wer eine bestimmte Anzahl Cluster vorweisen kann, hat auch Chancen auf den begehrten Titel Exzellenzuniversität. In Hessen werden derzeit sechs Cluster gefördert, in Rheinland-Pfalz eines.

Mehrstufiger Begutachtungsprozess

Jährlich stellen Bund und Länder im Rahmen der Exzellenzstrategie 687 Millionen Euro zur Verfügung. 75 Prozent der Förderung kommen jeweils vom Bund, 25 Prozent vom jeweiligen Land. Einer Förderentscheidung in der Exzellenzstrategie geht ein mehrstufiger Begutachtungsprozess voraus, wie das Wissenschaftsministerium erläuterte.

Nachdem die Hochschulen im November 2025 ihre Anträge eingereicht hatten, begutachtete eine Gruppe international renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Einrichtungen im Frühjahr 2026 vor Ort. "Die endgültige Entscheidung über die Förderung traf jetzt die Exzellenzkommission in einer mehrtägigen Auswahlsitzung", teilte das Ministerium mit. Dem Gremium gehören 39 internationale wissenschaftliche Expertinnen und Experten sowie die Wissenschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern an.

Quelle: dpa

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