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Niedersachsen & BremenLandwirte wegen hoher Dieselkosten alarmiert

04.08.2026, 05:31 Uhr
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Gerste und Weizen sind eingebracht, doch trotz guter Erträge zeigen sich die Landwirte besorgt. Die hohen Dieselpreise sind kaum noch zu stemmen.

Hannover (dpa/lni) - Die Getreideernte von Gerste und Weizen ist in den meisten Betrieben in Niedersachsen abgeschlossen, die Landwirte sind mit dem Ertrag zufrieden. Sorge macht ihnen der hohe Dieselpreis. "Wir zahlen über zwei Euro im Einkauf, das ist doppelt so viel wie in der langjährigen Kalkulation", sagt Konrad Westphale, Vorsitzender des Pflanzenausschusses beim Landvolk.

Ein Trecker verbrauche 15 bis 20 Liter pro Stunde, also etwa 20 Euro an Dieselkosten. Mähdrescher benötigen noch mehr. Der Tankrabatt ist ausgelaufen, die Rückvergütung für Agrardiesel sei zu wenig.

"Dazu kommen gestiegene Preise für Dünger, Treib- und Schmierstoffe, Ersatzteile und höhere Löhne", zählt Landwirt Westphale auf. "Das gesamte Paket ist nach oben gegangen, die Preise für die Produkte gehen dagegen nach unten." Auch wegen der ausländischen Konkurrenz werde die Schere immer größer: "Für einzelne Betriebe ist das ein Desaster."

Hinzukomme die überbordende Bürokratie. "Wir diskutieren mit Politikern in Deutschland und EU-weit, gewisse Sachen zu verschlanken, aber getan wird noch nichts", berichtet er. Niedrige Erzeugerpreise stünden dauerhaft hohen Betriebsmittelkosten, höheren Energiekosten sowie steigenden Anforderungen durch Bürokratie, Düngerecht und Pflanzenschutz gegenüber. "Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen wieder mehr Vertrauen statt immer neuer Auflagen", fordert Westphale.

Hitze im Juni und Unwetter beeinflussen Ernte

Die hohen Temperaturen im Juni waren nicht vorteilhaft für die Reifung des Getreides. "Wir waren schon überrascht, es fehlt der eine oder andere Doppelzentner Weizen", berichtet Westphale.

Die Kornfüllungsphase sei bei der Hitze zu schnell gegangen. Die Pflanzen gingen teilweise in eine Notreife, wodurch die Körner kleiner geblieben sind und weniger Stärke eingelagert hätten. Das könne zu höheren Rohproteingehalten und damit zu guten Qualitätswerten führen, bedeute aber auch deutliche Ertragseinbußen, erläutert der Fachmann.

Auf mehr als 160.000 Hektar wurde Wintergerste in diesem Jahr angebaut - rund elf Prozent mehr als im Vorjahr. Mit durchschnittlich etwa 78 Dezitonnen pro Hektar bewegt sich ihr Ertrag auf Vorjahresniveau, heißt es vom Landvolk. Nun kommen Raps, Zuckerrüben und Mais an die Reihe.

Regional habe es Schäden durch Hagel und Sturm gegeben. Nach ersten Schätzungen sind mindestens 100.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche betroffen. Besonders Raps-, Weizen-, Rüben- und Kartoffelbestände wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Quelle: dpa

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