Nordrhein-WestfalenHalbzeit bei Bahn-Generalsanierung Köln-Hagen

Gut fünf Monate lang ist die Bahnstrecke zwischen Köln und Hagen für Bauarbeiten gesperrt. Nun ist Halbzeit. Beim Ersatzverkehr für die Pendler in der Region gibt es einige Verbesserungen.
Köln/Hagen (dpa/lnw) - Bei der Generalsanierung der Bahnstrecke von Köln über Wuppertal nach Hagen ist am Freitag Halbzeit: Seit 77 Tagen ist die wichtige Fern- und Regionalstrecke für alle Züge gesperrt. Fernzüge etwa von Köln nach Berlin oder Hamburg werden umgeleitet, im Regionalverkehr müssen Pendler auf Ersatzbusse ausweichen.
Insgesamt sollen die Arbeiten 154 Tage lang dauern - am 10. Juli sollen die ersten Züge wieder rollen.
Verbesserungen beim Ersatzverkehr
Für Unmut bei vielen Pendlern sorgten in den ersten Wochen die Verspätungen und Ausfälle bei den Ersatzbussen, die im Moment anstelle der Züge fahren. Deshalb setzt die Bahn nach eigenen Angaben inzwischen 30 zusätzliche Busse und 60 zusätzliche Fahrer ein.
Das habe zwar für Verbesserungen gesorgt, doch insgesamt seien die Verspätungen bei Ersatzbussen weiterhin hoch, sagte der Chef des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr, Oliver Wittke, der Deutschen Presse-Agentur.
Dass die Bahn gleich den ganzen 65 Kilometer langen Abschnitt zwischen Köln und Hagen für so lange Zeit sperre, sieht Wittke kritisch. "Nach wie vor empfindet der VRR den Ausfallabschnitt, den die DB InfraGo für die Generalsanierung festgelegt hat, als zu groß dimensioniert", sagte er.
Generalsanierung soll jahrelange Einschränkungen verhindern
Die Deutsche Bahn setzt zwischen Köln und Hagen zum ersten Mal in NRW ihr noch recht neues Konzept der Generalsanierung um. Während früher versucht wurde, mit vielen kleinen Baustellen den Zugverkehr immer irgendwie aufrechtzuerhalten, wird jetzt einmal komplett gesperrt - dafür sollen Reisende anschließend jahrelang ohne Einschränkungen durch Baustellen mit dem Zug fahren können.
Entlang der Strecke werde deshalb im Moment an vielen Stellen gleichzeitig gearbeitet, betont die Bahn. Rund um Leverkusen sei ein Gleisumbauzug im Einsatz, der in einem Arbeitsgang alte Schienen und Schwellen ausbaut und direkt neue verlegt. Anderswo wird der Schotter ausgetauscht, es werden Weichen erneuert oder Schallschutzwände errichtet.
Zugverkehr soll spürbar zuverlässiger werden
Insgesamt will die Bahn während der gut fünfmonatigen Bauphase 81 Kilometer Gleise austauschen, 50 Weichen und 29 Kilometer Oberleitung erneuern. Außerdem werden Schallschutzwände gebaut und 12 Bahnhöfe saniert.
Nach Abschluss der Generalsanierung soll die von Fern-, Regional- und Güterzügen stark befahrene Strecke zwischen Köln und Hagen "verlässlicher und leistungsfähiger" werden, verspricht die Bahn. Störungen und Verspätungen sollen sich "deutlich reduzieren".