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Nordrhein-WestfalenKommunalgebühren steigen – Wohnen in NRW wird teurer

23.07.2026, 16:05 Uhr
Rik-Steinheuer-Vorsitzende-des-Bundes-der-Steuerzahler-Nordrhein-Westfalen-weist-auf-deutlich-steigende-Kommunalgebuehren-hin
(Foto: Volker Danisch, dpa)

Kommunalgebühren in NRW steigen stärker als die allgemeine Preisentwicklung. Was das für viele Haushalte bedeutet und was der Bund der Steuerzahler dazu sagt.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Kräftig steigende Kommunalgebühren verteuern nach Angaben des Bundes der Steuerzahler vielerorts das Wohnen in Nordrhein-Westfalen weiter. Die Abwassergebühren stiegen 2026 im Landesdurchschnitt um 5 Prozent und die Abfallgebühren um 4 Prozent. Dieser Gebührenanalyse liegt ein Musterhaushalt mit vier Personen und entsprechenden Mengen zugrunde.

"Wenn über bezahlbares Wohnen gesprochen wird, dann denken viele zuerst an die Miete, vielleicht noch an die Grundsteuer. Aber auch die kommunalen Gebühren entscheiden darüber, ob wohnen bezahlbar bleibt", betonte der Vorsitzende des Verbandes in NRW, Rik Steinheuer. Die Gebühren stiegen im Landesdurchschnitt deutlich stärker als die allgemeine Preisentwicklung.

Hohe Gebühren als Normalfall

Bei den Abwassergebühren gebe es inzwischen fast schon flächendeckend Erhöhungen: Von den landesweit 396 Kommunen hätten 272 hier an der Preisschraube gedreht. Schon 113 Kommunen verlangten mehr als 1.000 Euro jährlich für den Musterhaushalt. Vor sechs Jahren seien es nur 21 Kommunen gewesen. Die hohen Gebühren würden somit zunehmend zum Normalfall.

Was beeinflusst die Kosten?

Bei den Abfallgebühren verwiesen immer mehr Kommunen auf die CO2-Abgabe. Auch hohe Standards trieben die Kosten, betonte der Verband. So werde in Münster die Biotonne und in Düsseldorf die Altpapiertonne jede Woche gelehrt. Everswinkel habe dagegen das Leeren der Restmülltonnen von 14-täglich auf vier wöchentlich verlängert: Sechs Prozent Gebührensenkung.

Hintergrund kommunale Finanzkrise

Der Trend halte an, dass die Kommunen schon versuchten, aus den Gebühren das herauszuholen, was herauszuholen ist, erklärte Steinheuer. Dies sei vor dem Hintergrund der kommunalen Finanzkrise zu sehen. Es würden Spielräume genutzt bei Abwasserbetrieben, damit Geld in den Kommunalhaushalt fließe. Bei Haushaltssicherungskonzepten sei das ein Thema. Der Verband fordert, dass das Land NRW den Kommunen mehr Geld pauschal bereitstellen soll.

Quelle: dpa

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