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Nordrhein-WestfalenSPD fordert "Hundeführerschein" für neue Herrchen

15.09.2026, 16:44 Uhr
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Die SPD will einen "Hundeführerschein" für neue Halter einführen. Was Fachleute wie Martin Rütter und eine Jura-Professorin dazu sagen.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die SPD im Landtag fordert einen "Hundeführerschein" für alle Menschen, die sich in NRW einen Hund anschaffen wollen. Zu einem entsprechenden Antrag werden kommende Woche Fachleute im Landtag gehört. Einer von ihnen ist der prominente Hundeexperte Martin Rütter, der die Forderung der SPD unterstützt.

Die Oppositionsfraktion argumentiert, dass man in Deutschland ohne jeden Nachweis von Sachkenntnis einen Hund kaufen könne. Im Nachhinein fühlten sich viele Menschen überfordert oder seien von den laufenden Kosten für das Tier überrascht. SPD-Fraktionschef Jochen Ott sagte, er wolle Tierheime zu Partnern machen - die dann Hunde-Unterricht anbieten könnten. Ott schwebt eine Gebühr von 100 bis 150 Euro vor, die komplett an die Tierheime gehen würde.

Fraktionschef Ott - selbst Hundehalter - berichtete am Dienstag, dass er durch den privaten Besuch einer Show von Martin Rütter in Köln auf das Thema "Hundeführerschein" gekommen sei. Rütter betonte in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Ott: "Wir sind weit weg von kompetenten Hundehaltern in Deutschland." Aus seiner Sicht sollten Besitzer zumindest ein Basiswissen über Hunde haben - "haben sie aber nicht".

Rütter schwebt Wochenend-Seminar im Tierheim vor

Rütter stellt sich ein Wochenend-Seminar für Menschen vor, die einen Hund kaufen wollen. Dort solle man lernen, wie man einen seriösen Verkäufer erkennt, wie man einen Hund ernährt und wie man mit ihm umgeht.

Die Jura-Professorin Susanne Benöhr-Laqueur, die ebenfalls als Sachverständige zu dem Thema im Landtag gehört werden soll, nennt den Vorstoß in ihrer schriftlichen Stellungnahme zwar "ein absolut nachvollziehbares Anliegen", sieht aber schwerwiegende rechtliche Probleme.

Benöhr-Laqueur empfiehlt, "den Fokus rein auf die Prävention von Beißvorfällen (Gefahrenabwehr) zu legen" und "ein rechtssicheres Gesetz zu formulieren, das alle qualifizierten Stellen (Tierärzte, zertifizierte Hundeschulen etc.) einbindet und geordnete Übergangsfristen vorsieht".

Quelle: dpa

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