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Nordrhein-WestfalenStreit um Assauer-Vermögen: Prozess noch nicht vom Tisch

31.08.2026, 17:08 Uhr
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Es geht um die Vollmacht eines Demenzkranken und um viel Geld des Fußballmanagers Rudi Assauer. Ein Gericht hatte einen Prozess darum abgelehnt - das will die Staatsanwaltschaft nicht hinnehmen.

Essen (dpa/lnw) - Ein möglicher Prozess um angebliche Bereicherung auf Kosten des verstorbenen Fußballmanagers Rudi Assauer ist doch noch nicht vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft Essen hält an ihrer Anklage fest und hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Landgerichts eingelegt, das die Anklage nicht zugelassen hatte. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Die Anklagebehörde wirft der Tochter des Fußballmanagers, Bettina Michel, und dessen langjähriger Privatsekretärin vor, sich zu Unrecht am Vermögen des 2019 an schwerer Demenz gestorbenen Rudi Assauer bereichert zu haben. Im Mai hatte die Staatsanwaltschaft Anklage unter anderem wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs erhoben.

Es geht um den Verkauf von zwei Immobilien

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, noch zu Lebzeiten des Fußballmanagers zwei seiner Immobilien verkauft zu haben, ohne dazu berechtigt gewesen zu sein. Dazu sollen sie eine nicht gültige Generalvollmacht Assauers aus dem Jahr 2012 vorgelegt haben.

Dabei soll ihnen bewusst gewesen sein, dass er aufgrund seiner Demenz-Erkrankung zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr geschäftsfähig gewesen sei. Insgesamt ging es um 767.080 Euro. Der Tochter Assauers legt die Staatsanwaltschaft zudem falsche Angaben an Eides statt zur Last.

Gericht sieht keinen hinreichenden Tatverdacht

Doch das Landgericht Essen hatte nach einer Prüfung der Vorwürfe entschieden, keinen Prozess zu eröffnen. Ein hinreichender Tatverdacht bestehe in Bezug auf die Tatvorwürfe nicht, hieß es in dem Beschluss der sechsten großen Strafkammer. Nach dem gegenwärtigen Ermittlungsstand könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich die Beschuldigten des gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs strafbar gemacht hätten und die Möglichkeit einer Verurteilung bestehe.

Doch die Staatsanwaltschaft hält an ihrer Anklage fest und hat Beschwerde eingelegt. Nun muss das Oberlandesgericht Hamm entscheiden, ob es doch noch zu einem Prozess kommt.

Kultmanager mit Zigarre

Als Manager des Traditionsclubs Schalke 04 - von 1981 bis 1986 und von 1993 bis 2006 - wurde Assauer einer breiteren Öffentlichkeit über den Sport hinaus bekannt. Der charismatische Macher mit Zigarre als Markenzeichen prägte jahrelang die Bundesliga. Er starb am 6. Februar 2019 im Alter von 74 Jahren nach langjähriger Alzheimer-Erkrankung in seiner Heimatstadt Herten. Um sein Erbe stritten die Hinterbliebenen vor Gerichten.

Quelle: dpa

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