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Nordrhein-WestfalenZahl der Arbeitslosen in NRW steigt auf mehr als 800.000

28.08.2026, 13:40 Uhr
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Der Arbeitsmarkt entwickelt sich im Sommer schlechter als erwartet. Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf den Ausbildungsmarkt aus.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen ist im August im Vergleich zum Juli um gut 15.800 auf 808.970 Menschen gestiegen. Die Arbeitslosenquote habe um 0,1 Punkte auf 8,0 Prozent zugenommen, teilte die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf mit. Vor einem Jahr lag die Quote ebenfalls bei 8,0 Prozent. Die Bundesagentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 13. August vorlag.

Die Arbeitslosigkeit sei stärker gestiegen als erwartet, sagte Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion. Im August meldeten sich demnach mehr Menschen arbeitslos als in den Vormonaten. Nach vier Jahren unter anhaltendem wirtschaftlichem Druck sei das Ausgangsniveau der Arbeitslosigkeit weiterhin hoch. Ende Juli war bereits damit gerechnet worden, dass die Arbeitslosigkeit im August zunimmt. Die Marke von 800.000 dürfte jedoch nicht erreicht werden, hieß es damals allerdings.

Positive Signale: Neueinstellungen trotz Sommerpause stabil

Strangfeld sieht dennoch positive Signale. Die Zahl der Neueinstellungen sei trotz der Sommerpause stabil geblieben, obwohl mit einem Rückgang zu rechnen gewesen sei. "Im August wurden zudem fast 30.000 neue Stellen gemeldet, mehr als im Durchschnitt der Vormonate." Das passe zu Aussagen aus der Wirtschaft, wonach sich die Auftragsbücher wieder etwas füllten.

Für die kommenden Monate erwartet Strangfeld einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. "Jetzt beginnt die Zeit der Herbstbelebung." Wann die Arbeitslosenzahl wieder unter 800.000 falle, hänge davon ab, wie die Wirtschaft im Spätsommer und Herbst in Fahrt komme. "Viele der hemmenden Faktoren bestehen nach wie vor, angefangen bei den weltpolitischen Entwicklungen." Vor diesem Hintergrund seien Prognosen kaum möglich.

Noch viele Ausbildungsplätze zu besetzen

Die Wirtschaftskrise macht sich auch auf den Ausbildungsmarkt in NRW bemerkbar. Bis Ende August wurden 92.947 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet – 6.319 oder 6,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Kurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres am 1. September sind laut Regionaldirektion 23.359 Ausbildungsstellen unbesetzt. Zugleich suchen noch 25.844 Bewerberinnen und Bewerber nach einer Stelle.

"Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist der beste Start in ein erfolgreiches Berufsleben und der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit", sagte Geschäftsführer Strangfeld. Ähnlich äußerte sich Ralf Stoffels, Präsident der Industrie- und Handelskammern NRW: "Ausbildung ist ein wichtiger Schlüssel, um Fachkräfte zu sichern und Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen zu halten." Trotz hoher Kosten und schwieriger Rahmenbedingungen engagierten sich die Betriebe weiter und böten zahlreiche Ausbildungsplätze an.

Quelle: dpa

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