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Rheinland-Pfalz & SaarlandBehandlungsfehler bei jeder dritten Anzeige nachweisbar

20.08.2026, 12:38 Uhr
Der-Medizinische-Dienst-fordert-eine-bessere-Fehlerpraevention

Bei den Betroffenen lösen Behandlungsfehler oft viel Leid aus. Auch das Gesundheitssystem leidet, weil Nachuntersuchungen und weitere Operationen anstehen können.

Alzey (dpa/lrs) - Der Medizinische Dienst hat in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr 178 Behandlungsfehler bei Patientinnen und Patienten registriert. 521 Verdachtsfälle wurden von den Gutachtern überprüft. Damit seien bei jeder dritten Anzeige Behandlungsfehler festgestellt worden. Am häufigsten seien gesundheitlichen Schäden in der Orthopädie und Unfallchirurgie durch diese Vorfälle aufgetreten.

Die Begutachtungszahlen zeigten jedoch nur einen sehr kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Fehlergeschehens, erklärte Jürgen Koehler, Vorsitzender des Medizinischen Dienstes Rheinland-Pfalz, in Alzey. Viele Behandlungsfehler blieben unentdeckt, weil sie in Deutschland weder zentral erfasst noch systematisch ausgewertet werden. Hinzu komme, dass Patientinnen und Patienten Fehler nicht immer als solche erkennen und deshalb auch keinen entsprechenden Vorwurf erheben.

Meldepflicht gefordert

Der Vorsitzende mahnte eine Verbesserungen in der Fehlerprävention an. "Wenn sich bestimmte Fehlerkonstellationen über Jahre wiederholen, dürfen wir nicht bei der Feststellung stehen bleiben", erklärte Koehler. "Wir müssen fragen, warum diese Fehler passieren und was verändert werden muss, damit sie sich möglichst nicht wiederholen."

Hilfreich könnte auch eine Meldepflicht für besonders gut vermeidbare, zugleich aber oft folgenschwere Fehler sein. Als Beispiele nannte der Vorsitzende des Medizinischen Dienstes etwa die Verwechslung von Patienten, der zu operierenden Seite oder von Medikamenten.

Quelle: dpa

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