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Rheinland-Pfalz & SaarlandMehr Unterstützung für Wissenschaftler bei Gründungen

09.08.2026, 04:02 Uhr
Es-geht-darum-dass-Innovationen-an-rheinland-pfaelzischen-Hochschulen-wie-der-Mainzer-Johannes-Gutenberg-Universitaet-auch-entdeckt-werden
(Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)

Vom Labor zum erfolgreichen Produkt – genau auf diesem Weg sollen Forschende in Rheinland-Pfalz künftig enger begleitet werden. Es geht auch darum, das Potenzial für Geschäftsmodelle zu heben.

Mainz (dpa/lrs) - Rheinland-Pfalz will Wissenschaftler mehr bei Unternehmensgründungen unterstützen. "Unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an den Universitäten wollen wir sehr viel systematischer ein Angebot machen, dass sie Partner an die Seite bekommen, damit so ihre Forschung mit einer Geschäftsidee hinterlegt werden kann", sagte Wissenschaftsminister Clemens Hoch, der das Projekt gemeinsam mit Wirtschaftsminister Michael Ebling (beide SPD) voranbringen will, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Urheber der Idee ist dem Ministerium zufolge der Landeskoordinator für die Biotechnologie, Eckhard Thines.

Das Vorhaben findet sich auch im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot. Dort heißt es, der Erfolg des Forschungsinstituts Tron als Ausgründung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sei beispielgebend. "Angelehnt an diese Erfolge wollen wir die Gründungskultur im universitären und hochschulischen Bereich mit Gründungsbüros verstärken und den Wissens- und Technologietransfer entlang der gesamten Wertschöpfungskette verbessern, zum Beispiel durch Scouting-Hubs." Die Gründungskompetenz solle im Studium gestärkt und gezielte Förderangebote insbesondere für Gründer sollten weiterentwickelt werden.

Gründungs-Experten sind gefragt

Hoch sagte weiter, gemeinsame Aktivitäten sollten so aufeinander abgestimmt werden, dass das, was an Innovationen an den Universitäten geschehe, auch tatsächlich entdeckt werde. Das solle aber nicht derart erreicht werden, dass an jeder Uni eine Mitarbeiterstelle geschaffen werde. "Wir brauchen Menschen, die sich in der Welt von Gründungen auskennen, der Welt des Venture Capital." Das meiste Potenzial sieht Hoch in den Bereichen Biotechnologie und Künstliche Intelligenz (KI).

Wirtschaftsminister Ebling betonte: "Gute Forschung soll Wirkung entfalten." Deshalb unterstütze sein Haus auch mit EU-Mitteln die rheinland-pfälzischen Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse in Innovationen zu überführen. "Unser Anspruch ist, dass aus Spitzenforschung neue Produkte, erfolgreiche Unternehmen und innovative Geschäftsmodelle entstehen und nichts in der Schublade schlummern muss. Denn nur so kann mehr Wertschöpfung, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit für Rheinland-Pfalz entstehen."

Jemand, der sich mit Gründungen und Wagniskapital auskennt, ist Bernhard Hauer. Er war rund 25 Jahre bei BASF und dort unter anderem für Forschung und Prozessentwicklung verantwortlich. Auch für das frühere Institut für Technische Biochemie in Stuttgart war er tätig, fungierte als Berater für Unternehmen. Inzwischen ist der Professor am Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung in Mainz. Gerade für Startups sei der Schritt vom Labor in die Produktion eine kritische Phase, der von vielen völlig unterschätzt werde, sagt er.

Es kommt auf mehrere Dinge an

Manche tollen Forschungserkenntnisse schlummerten dahin. Oft müssten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erst einmal für das Thema Gründung begeistert werden. "Die Möglichkeit der Selbstständigkeit haben viele nicht im Blick." Möglicherweise fehle es hierfür an Vorbildern.

Potenzielle Gründer müssten sich klarmachen, dass ein Produkt sich nicht automatisch verkaufe, nur weil es gut sei. Kontakte seien wichtig und ein Gefühl für den Markt. Es müsse klar sein, wer dort die wichtigen Akteure seien und wie ein Produkt auf dem jeweiligen Markt etabliert werden könne.

Oft seien die wirtschaftlichen Chancen gar nicht bewusst, sagte Hauer. Häufig bringe der Zusammenschluss mehrerer Forscherinnen und Forscher und deren Ideen das Potenzial. Neben einem gewissen Startkapital sei ein Bewusstsein darüber unabdingbar, wie vernetzt Prozesse sind. Schon früh müsse man sich Gedanken machen, ob, wie und in welcher Menge man an benötigte Rohstoffe komme. Auch mit Regularien, möglicherweise nötigen Zulassungsprozessen oder auch Dokumentationspflichten müsse man sich zeitig auseinandersetzen.

Quelle: dpa

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