SachsenMillionenaufwand für Schäden durch Altbergbau

Über Jahrhunderte wurde in Sachsen Bergbau betrieben, die Folgen schlagen bis heute mit hohen Kosten zu Buche. So hatte sich jüngst ein großes Loch an einer Straße in Annaberg-Buchholz aufgetan.
Annaberg-Buchholz/Freiberg (dpa/sn) - Die Folgen des Bergbaus verschlingen in Sachsen weiterhin Millionenbeträge. Vergangenes Jahr habe das Oberbergamt etwa 17,4 Millionen Euro für die Gefahrenabwehr aus dem Altbergbau aufgewendet, informiert Oberberghauptmann Bernhard Cramer auf dpa-Anfrage. Auch dieses Jahr wurden seinen Angaben zufolge bereits mehr als 40 Schäden gemeldet. Das reiche von Riss- und Spaltenbildungen, Senkungen bis zu kraterförmigen Tagesbrüchen und Schachtverbrüchen ebenso wie unkontrollierten Wasseraustritten.
Für größeres Aufsehen hatte jüngst ein Tagesbruch an einer Straße in Annaberg-Buchholz gesorgt. Dort hatte sich im Juni ein größeres Loch aufgetan, Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Bärensteiner Straße ist seither voll gesperrt. Derzeit laufe die bergtechnische Erkundung des Tagesbruches, erklärt Cramer. Erst im Ergebnis könnten genauere Aussagen zum Umfang der weiteren Arbeiten, den zeitlichen Ablauf sowie den Kosten getroffen werden. "Anschließend werden die Grubenbaue verwahrt." Die Stadt sprach zuletzt von einer Baugrube von etwa fünfeinhalb Metern Tiefe.
Teils mehr als 100 Schäden durch Altbergbau im Jahr
2020 bis 2025 seien jährlich etwa 80 bis 110 Schäden infolge des Altbergbaus gemeldet worden, erläutert Cramer. "Durch die umfangreichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr sowie den präventiven Maßnahmen zur Bewältigung von Bergbaufolgen ist tendenziell ein rückläufiges Schadensgeschehen erkennbar." Jedoch könnten besondere Naturereignisse wie Hochwasser und Starkregen zu erheblichen Schäden auch rund um den Altbergbau führen, wie die Jahre 2002 und 2013 gezeigt hätten.
Betroffen ist vor allem das Erzgebirge, wo über Jahrhunderte etwa Silber und Kobalt gewonnen wurden, später auch Uran. "Aber auch in den Steinkohlenregionen Zwickau, Lugau/Oelsnitz sowie Freital sind regelmäßig Schadensmeldungen zu verzeichnen", erklärt Cramer. Als besonders große Schadensereignisse der vergangenen Jahre nannte er den Verbruch des Augustus-Schachtes in einer Gartenanlage in Freital 2022 sowie den Tagesbruch am Dörfler Weg in Annaberg-Buchholz 2013.
Tagesbrüche aus früherem Uranbergbau
Auch der ehemalige Uranbergbau in der DDR sorgt mitunter für Schäden. So gab es im Dezember 2014 einen Tagesbruch nahe des Schachts 38 in Bad Schlema. "Dabei entstand ein Bruchtrichter mit einer Ausdehnung von etwa 6 x 8 Metern und einer Tiefe von rund 10 Metern", erklärt Ina Mättig, Sprecherin des bundeseigenen Bergbausanierers Wismut. Der Schacht habe damals als ordnungsgemäß verwahrt gegolten, als Ursache wurde eine geologische Störungszone in der Tiefe ausgemacht. Alle neu entdeckten Hohlräume seien mit Beton verfüllt worden.
Auffälligkeiten gab es auch Ende 2023 im Kurpark von Bad Schlema, der sich auf früherem Bergbaugelände befindet. Überwachungsdaten hatten auf Veränderungen im Untergrund und das Risiko eines Tagesbruchs hingedeutet. Gut ein Dutzend Bohrungen konnten aber keinen größeren Hohlraum finden, so Mättig. Den Angaben zufolge hatte es dort zuvor in den 1990er Jahren Tagesbrüche gegeben, die damals verfüllt wurden.