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Sachsen-AnhaltÖffentliche Trinkwasserspender im Stadtbild immer präsenter

09.08.2026, 04:06 Uhr
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Magdeburg setzt auf mehr öffentliche Trinkbrunnen. Bürger können sogar über neue Standorte mitentscheiden. Wie sieht es in anderen Städten in Sachsen-Anhalt mit den kostenlosen Durstlöschern aus?

Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Kostenlose Erfrischung an heißen Tagen: Sachsen-Anhalts Städte bauen das Netz öffentlicher Trinkwasserspender kontinuierlich aus. Gab es vor drei Jahren in Magdeburg keinen einzigen Trinkbrunnen, so existieren heute fünf, wie die Stadt mitteilte. Zwei weitere sind den Angaben zufolge geplant. Wo die genau stehen sollen, können Bürgerinnen und Bürger bis 24. August bei einer Online-Befragung äußern.

Ziel sei es, zahlreiche öffentliche Zugänge zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt zu ermöglichen. Die gibt es bereits im Breiten Weg in Höhe der Leiterstraße, der Ernst-Reuter-Allee, der Großen Steinernetischstraße, am Schellheimerplatz und an der Elbuferpromenade in Höhe des Fahnenmonuments.

"Beim Ausbau des öffentlichen Netzes an Trinkwasserspendern möchten wir die Magdeburgerinnen und Magdeburger regelmäßig in die Priorisierung der nächsten Standorte einbeziehen", sagte Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos). Die Wasserentnahmestellen werden durch die Städtischen Werke Magdeburg errichtet, bewirtschaftet, gewartet und sauber gehalten. Die Trinkwasserbrunnen können von März bis einschließlich Oktober genutzt werden. Das Gesundheits- und Veterinäramt überwacht die Wasserqualität.

Auch in Halle gibt es bei Hitze wohltuende Erfrischung. Drei öffentliche Trinkbrunnen sprudeln derzeit auf dem Marktplatz, am Steintor und auf der Peißnitz, wie es hieß. Sie waren schrittweise seit 2022 errichtet worden - eine von vielen städtischen Maßnahmen zur Klimaanpassung und zur Steigerung der Lebensqualität. Die ebenfalls saisonal betriebenen Wasserspender werden den Angaben zufolge von den Stadtwerken Halle betrieben.

Stadtwerke als Partner

In der dritten kreisfreien Stadt des Landes gibt es seit 2022 einen öffentlichen Trinkwasserspender auf dem Platz der Deutschen Einheit - auch hier sind die Stadtwerke involviert. Dessau-Roßlau möchte unbedingt nachrüsten, scheitert aber momentan wegen der Haushaltskonsolidierung an den Kosten. "Leider können wir für diese freiwillige Aufgabe bis mindestens 2028 keine Eigenmittel bereitstellen", sagte ein Sprecher. Eine Umsetzung sei nur mit Mitteln bei sehr hohen Förderquoten oder Spenden möglich, hieß es.

Wer an heißen Tagen in Zeitz im Burgenlandkreis unterwegs ist, kann seinen Durst derzeit von April bis Oktober an zwei Trinkwasserspendern stillen. Sie befinden sich nach Angaben von Stadtsprecher Lars Werner seit 2024 auf dem Roßmarkt und seit 2025 im Ortsteil Geußnitz. "Die Errichtung haben unsere Partner, die Stadtwerke Zeitz und die Wasserversorgungsgesellschaft Midewa, übernommen", sagte Werner. Sie kümmern sich auch um Wartung und Reinhaltung, wie es hieß. Weitere Trinkbrunnen seien geplant.

Haldensleben in der Börde verfügt seit Oktober 2024 über einen öffentlichen Wasserspender am Postplatz und plant auch keine weiteren. Errichtet hat ihn nach eigenen Angaben das Bauamt, bewirtschaftet und gewartet wird er vom Team des Stadthofs. "Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer eins und nimmt einen wichtigen Stellenwert ein", sagte Bürgermeister Bernhard Hieber (SPD). "Daher sollte es allen Menschen zugänglich sein, insbesondere auch unseren älteren Mitmenschen und Kindern und gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels mit immer heißer werdenden Sommermonaten."

Wernigerode mit Refill-Initiative gegen den Durst

In den bei Ausflüglern und Touristen beliebten Harz-Städten Wernigerode und Quedlinburg gibt es momentan keine öffentlichen Trinkbrunnen, doch ganz ohne Erfrischung bleiben die Menschen nicht. In Wernigerode gibt es den Angaben nach die Refill-Initiative, bei der Trinkflaschen kostenlos an ausgewählten Stationen mit Leitungswasser aufgefüllt werden können. Daran seien unter anderem die Bürgerinformation am Nicolaiplatz, die Tourist-Information und Geschäfte beteiligt. Konkrete Planungen für öffentliche Wasserspender gibt es in Wernigerode aktuell nicht, wie es hieß.

Anders ist es in der Unesco-Welterbestadt Quedlinburg. "Im Rahmen der laufenden Sanierungsarbeiten im Steinweg ist die Installation eines Trinkbrunnens vorgesehen", sagte eine Stadtsprecherin. Ein weiterer Spender werde in der Carl-Ritter-Straße am Erinnerungsort "Friedliche Revolution 1989-1990 Deutsche Einheit" aufgestellt. Er soll im Oktober eingeweiht werden.

Kostenfreies Trinkwasser ist "Gebot der Zeit"

Die Stadt werde sich selbst darum kümmern, wie es hieß. "Wir gehen von je 2.500 Euro pro Jahr an Unterhaltungskosten aus." Quedlinburg im Regenschatten des Harzes ist eine der trockensten Städte Deutschlands und sieht sich mit heißen und längeren Trockenperioden konfrontiert. Die öffentliche Bereitstellung von kostenfreiem Trinkwasser sei "ein Gebot der Zeit", hieß es.

Mit Trinkbrunnen im öffentlichen Raum steigern Städte nach eigenen Angaben auch die Aufenthalts- und Lebensqualität für Einheimische und Gäste. Doch der Aufwand ist hoch: Die Wasserspender erfordern einen Anschluss an das Leitungsnetz sowie regelmäßige hygienische Kontrollen, um Keimbelastungen zu vermeiden. Trotzdem wollen die meisten den Zugang zu Trinkwasser im öffentlichen Raum als Teil der Daseinsvorsorge ausweiten.

Quelle: dpa

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