Regionalnachrichten

Rheinland-Pfalz & SaarlandSaarlandmuseum gibt Slevogt-Werke an Erben zurück

23.04.2020, 12:29 Uhr
Der-Vorplatz-der-Modernen-Galerie-des-Saarlandmuseums
(Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild)

Saarbrücken (dpa/lrs) - Sechs während der NS-Zeit zwangsverkaufte Werke von Max Slevogt (1868-1932) hat die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz an die Erben des früheren Eigentümers zurückgegeben. Das Gemälde "Francisco d’Andrade" (1902) sowie vier Zeichnungen und ein Aquarell seien 1982 mit einer renommierten Privatsammlung in die Moderne Galerie des Saarlandmuseums gelangt, teilte die Stiftung am Donnerstag in Saarbrücken mit. Im Zuge von Forschungen über die Herkunft des Gemäldebestandes sei man auf "die belastete Geschichte" der Slevogt-Werke gestoßen.

Ursprünglich hatten die Werke zur Privatsammlung des jüdischen Geschäftsmanns Julius Freund gehört, der mit seiner Familie 1939 vor den Nationalsozialisten nach London geflohen war. Die Werke seien an die Erben, die in Kanada lebten, zurückgegeben worden. Die Familie Freund habe es möglich gemacht, dass das Saarlandmuseum alle Arbeiten zurück erwerben konnte. Somit blieben die Werke auch weiter für die Öffentlichkeit und Forschung zugänglich, teilte die Stiftung mit.

Die Werke seien nun Teil der permanenten Präsentation "Bilder / Schicksale", in der die Ergebnisse der Provenienzforschung am Saarlandmuseum transparent gemacht werden. Das Saarlandmuseum erforscht seit 2015 systematisch die Herkunft der Gemälde der Modernen Galerie. Dabei wird sie unterstützt vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste.

Anfang März erst hatte die Stiftung das Slevogt-Gemälde "Ananas" (1902) an die Erben der früheren Eigentümer zurückgegeben. Es sei aber als Dauerleihgabe noch bis August 2023 weiter in der Modernen Galerie zu sehen sein, hieß es damals.

Regionales