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Sachsen-AnhaltKritik an fehlendem Plan für Wölfe in Sachsen-Anhalt

04.10.2026, 04:02 Uhr
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Was geht und was nicht bei der Wolfsjagd, muss ein Managementplan regeln. Das Umweltministerium arbeitet daran. Der Landesjagdverband wirft dem Land vor, hinter seinen Möglichkeiten zurückzubleiben.

Magdeburg/Sülzetal (dpa/sa) - Rund ein halbes Jahr nach der Aufnahme des Wolfs in das Landesjagdrecht fehlt in Sachsen-Anhalt ein Plan zum Wolfsmanagement. Ein solcher Plan ist laut Bundesjagdrecht die Voraussetzung für die Wolfsjagd. Der Landesjagdverband wirft dem Land vor, die neuen rechtlichen Möglichkeiten beim Umgang mit dem Wolf nicht auszuschöpfen. Das zuständige Umweltministerium in Magdeburg verweist auf den Bund. Der sei gefordert, klarzustellen, ob es über den Abschuss einzelner Tiere hinaus "konkrete bundesländerbezogene Entnahmegrößen" geben werde. Die Landesregierung setze sich mit Nachdruck für eine Klärung dieser Frage ein.

Ein Entwurf des Wolfsmanagementplans sei derweil erstellt und werde innerhalb der Landesverwaltung abgestimmt. Eine Veröffentlichung sei noch in diesem Jahr vorgesehen, hieß es weiter. Wolf Last, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, befürchtet, dass der Plan ohne praktische Wirkung bleiben könnte. "Grundsätzlich wären wir schon der Meinung, dass es einen bräuchte, wenn auch was drinstehen würde, was über die bisherigen Regelungen hinausgeht", sagte Last der Deutschen Presse-Agentur.

Land hat Wolf im April in Jagdrecht aufgenommen

Ende April hat der Magdeburger Landtag die Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht beschlossen. Auch ohne eigenen Landesplan sei die Jagd auf das Tier unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, argumentiert das Umweltministerium. Die Grundlage dafür biete das Bundesjagdrecht. Nötig sei dafür ein Erlass der obersten Jagdbehörde, der derzeit erarbeitet werde.

Ohnehin gehe es beim Wolfsmanagement aus Sicht des Ministeriums nicht um "eine reguläre Bestandssteuerung", also feste Abschussquoten für die Jagd analog zu anderen Tierarten. Ziel sei vielmehr, die Weidetierhaltung vor den Einflüssen des Wolfs zu schützen und "schadensstiftende Wölfe zeitnah nach Übergriffen zu entnehmen", ohne den Erhaltungszustand der geschützten Art zu gefährden.

Das kritisiert der Jagdverband: "Das Bundesrecht gibt auch das jetzt schon her, dass man eben in einem Managementplan konkrete Ziele formuliert", sagte Last. "Das ist im Prinzip der Versuch, hier weiter zu blockieren." Die Wolfsjagd sei emotional aufgeladen und politisch heikel. Das Thema werde deshalb unnötig verkompliziert, findet der Verbandschef.

Verband verweist auf Regeln bei anderen geschützten Tieren

"Schauen Sie sich den Kormoran an", sagte er. Die Jagd auf den geschützten Vogel wird zum Schutz von Fischen und Fischereiwirtschaft in Sachsen-Anhalt etwa per Verordnung geregelt, obwohl das Tier nicht im Landesjagdrecht steht. Thüringen hat eine ähnliche Regelung in diesem Jahr noch erweitert.

Auch beim Thema Wolf sind andere Länder Sachsen-Anhalt zumindest ein Stück weit voraus: In Hessen wurde ein Wolfsmanagementplan Ende Juni veröffentlicht. Nach vermehrten Nutztierrissen wurden auf dieser Basis im Juli etwa zwei Tiere im Lahn-Dill-Kreis zum Abschuss freigegeben.

Laut jüngstem Wolfmonitoringbericht des Landes gab es in Sachsen-Anhalt bis April 2025 insgesamt 276 Tiere. Binnen eines Jahres wurden 48 Übergriffe mit 159 getöteten Nutztieren offiziell registriert. Dem Bericht nach war es der niedrigste Stand seit neun Jahren.

Quelle: dpa

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