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Sachsen-AnhaltMehr als 87.000 Wildtiere in Sachsen-Anhalt erlegt

11.09.2026, 04:02 Uhr
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In Sachsen-Anhalt wurden mehr als 87.000 Wildtiere erlegt – besonders Rehe lagen deutlich über der Abschussplanung. Warum die Jagd aus Sicht des zuständigen Ministeriums für den Waldumbau wichtig ist.

Magdeburg/Sülzetal (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt sind in der zurückliegenden Jagdsaison mehr Tiere erlegt worden als im Vorjahr. Das geht aus der amtlichen Jagdstatistik des Landesverwaltungsamts hervor. Insgesamt umfasst die sogenannte Schalenwildstrecke 87.300 Tiere - 2.600 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von knapp drei Prozent. Die Zahlen enthalten allerdings auch sogenanntes Fallwild, das etwa bei Wildunfällen im Verkehr ums Leben gekommen ist.

Den größten Anteil hat das Rehwild. Mit gut 41.800 Tieren liegt die Zahl mehr als doppelt so hoch wie in der behördlichen Abschussplanung vorgesehen. Bei den Wildschweinen lag die Zahl mit 37.000 rund 2.700 über dem Vorjahr. Unter der Planung blieb die Jagd beim Damwild mit rund 80 Prozent und knapp 3.960 Tieren. Beim Rotwild wurden knapp 4.200 Tiere erlegt, was gut 93 Prozent der Abschussplanung entspricht.

Forstministerium: Jagd ist wichtig für ungestörten Waldumbau

Wildbestände müssten auf "ein für den Wald verträgliches Maß angepasst werden", damit der Umbau hin zu klimaresilienten Wäldern flächendeckend gelingen kann, sagte das Magdeburger Forstministerium der Deutschen Presse-Agentur. Ein solcher Waldumbau sei eine von vielen nötigen Maßnahmen in der langfristigen Waldbrandprävention. Mischwälder gelten etwa als weniger brandanfällig als Nadelholzmonokulturen.

Die Debatte um die Rolle von Baumverbiss im Waldumbau wird immer wieder geführt. Tatsächlich zeigen langjährige Daten des Landesjagdverbands, dass die Abschusszahlen vor allem bei Rotwild und Damwild in der Jagdsaison 2012/13 ihren höchsten Stand erreicht hatten. Seitdem gehen die Zahlen - mit Schwankungen - zurück. Gleiches gilt bei Wildschweinen, wo sich der Trend seit etwa drei Jahren aber umgekehrt zu haben scheint.

Jagdverband: Sinkende Zahlen deuten auf sinkende Tierbestände

Sinkende Jagdstrecken bei den betroffenen Tierarten sind aus Sicht von Wolf Last, Geschäftsführer des Landesjagdverbands Sachsen-Anhalt, eher ein Zeichen für rückläufige Bestände als für zu wenig Jagddruck. Beim Muffel- und Damwild sieht er zudem den Wolf als wesentlichen Faktor. "Wild und Wald gehören zusammen, wer etwas anderes behauptet, versucht gegen ökologische Zusammenhänge zu arbeiten." Es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, "dass Tiere immer eine Qual wären und das Anzustrebende eben eine möglichst geringe Form davon".

Last räumt ein, dass Wildtiere Bäume in ihrem Wuchs beeinflussen können - bewertet das aber nicht grundsätzlich als Schaden. Ob ein verbissener Baum nützlich oder schädlich sei, hänge aber vom Ziel des Waldbesitzers ab. Die Holzwirtschaft brauche möglichst gerade und unversehrte Stämme, um sie gewinnbringend verkaufen zu können. Ein verbissener und krumm gewachsener Baum, in dem sich beispielsweise durch Pilzbefall Hohlräume bilden, könne aber auch Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinlebewesen sein.

Diskussion auf Grundlage freiwillig erhobener Daten

Ein weiteres Problem sieht Last in der Datenlage und damit in der Grundlage für die Diskussion: Die flächendeckende Erfassung von Wildbeständen wird in den Ländern in der Regel von den Landesjagdverbänden selbst geleistet - auf freiwilliger Basis. Seit der Umstellung auf digitale Systeme beobachtet Last höhere Hürden und daher eine sinkende Beteiligung. Rund 60 bis 70 Prozent der Jagdreviere würden die Daten erheben.

Quelle: dpa

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