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Sachsen-Anhalt Ministerin: Toleranz-Aktionsplan zur Hälfte umgesetzt

Eine Regenbogenflagge. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv

(Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Magdeburg (dpa/sa) - Rund vier Jahre nach dem Start sind etwa die Hälfte der Maßnahmen eines Aktionsplans für mehr Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten in Sachsen-Anhalt umgesetzt worden. 33 von 69 Vorhaben des Programms der Landesregierung seien abgeschlossen, sagte Gleichstellungsministerin Anne-Marie Keding (CDU) am Dienstag. Bekanntestes Projekt ist ein Medienkoffer mit Büchern und Spielen, der Kita- und Grundschulkindern die Vielfalt der Familienformen näherbringen soll und den Angaben zufolge sehr gut angenommen wird.

Laut Keding wurden zwei Landeskoordinierungsstellen in Magdeburg und Halle eingerichtet. Sie sollen eine Anlaufstelle für Betroffene und ihre Angehörigen sein und bei Bedarf weitere Beratung vermitteln. "Nach wie vor treffen Menschen, die aus dem Mann-Frau-Raster herausfallen, auf Diskriminierung, auf offene Ablehnung bis hin zum Hass." Mit dem Aktionsprogramm wolle man an vielen Stellschrauben drehen. Dazu gehören zum Beispiel Antidiskriminierungsrichtlinien an Schulen oder Fortbildungen für Lehrer und Erzieher.

Der SPD geht die Umsetzung zu langsam. Nach fast vier Jahren seien die Ergebnisse "eher dürftig", meinte die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Angela Kolb-Janssen. Es sei jetzt mehr Einsatz nötig, um das Aktionsprogramm nach vorne zu bringen. Es soll die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Transsexuellen und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTTI) fördern. Laut Keding gehören etwa acht bis zwölf Prozent der Bevölkerung zu diesen Gruppen.

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