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Sachsen-AnhaltMittelstand in Sachsen-Anhalt schöpft wieder Hoffnung

17.06.2026, 11:11 Uhr
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Mehr Zuversicht, aber wenig Aufbruch: Sachsen-Anhalts Mittelstand sieht erste Lichtblicke, hält sich bei Investitionen und Expansion jedoch weiter zurück.

Halle (dpa/sa) - Nach drei Jahren wirtschaftlicher Flaute blickt der Mittelstand in Sachsen-Anhalt wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Mehr als jedes zweite kleine oder mittlere Unternehmen bewertet seine Geschäftslage inzwischen positiv. Das geht aus einer Umfrage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und der Auskunftei Creditreform hervor.

Dienstleister sorgen für bessere Stimmung

57,1 Prozent der befragten Unternehmen bezeichneten ihre Lage als gut oder sehr gut. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 49,5 Prozent. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Branchen.

"Nach drei Rezessionsjahren hellt sich die Geschäftslage im Mittelstand auf", sagte Creditreform-Geschäftsführer Martin Plath. Konjunkturmotor sei vor allem der Dienstleistungssektor. Im verarbeitenden Gewerbe habe sich die Krise jedoch verschärft.

Mehrheit erwartet keine großen Veränderungen

Die bessere Stimmung bedeutet allerdings noch keine Trendwende. Für die kommenden Monate erwarten 23 Prozent der Unternehmen steigende Umsätze, 23,1 Prozent rechnen mit Rückgängen. Mehr als die Hälfte der Befragten geht von einer weitgehend unveränderten Geschäftsentwicklung aus.

Nach Einschätzung der Forscher bremsen der Krieg im Nahen Osten und die dadurch gestiegenen Energiepreise die wirtschaftliche Erholung. Dennoch gebe es Anzeichen für eine vorsichtige Aufwärtsbewegung, sagte IWH-Konjunkturforscher Axel Lindner.

Unternehmen halten Investitionen zurück

Trotz der etwas besseren Aussichten bleibt die Investitionsbereitschaft gering. Nur 46 Prozent der befragten Unternehmen planen Investitionen - so wenig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Häufig geht es dabei um Ersatzbeschaffungen oder Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.

"Die Unternehmen haben den Fuß noch nicht auf dem Gas. Alles verläuft weiterhin sehr verhalten", sagte Plath. In erster Linie gehe es derzeit um die Sicherung der Liquidität.

Mehr Einstellungspläne trotz Fachkräftemangels

Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich ein gemischtes Bild. In den vergangenen Monaten meldeten mehr Unternehmen einen Personalabbau als einen Personalaufbau. Für die kommenden Monate planen jedoch wieder mehr Betriebe Neueinstellungen. Ob diese tatsächlich umgesetzt werden können, hängt nach Einschätzung der Forscher auch vom anhaltenden Fachkräftemangel ab.

Quelle: dpa

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