Sachsen-AnhaltPartielle Sonnenfinsternis - Tipps für Sachsen-Anhalt

Am Abend des 12. August zieht der Mond vor die Sonnenscheibe und beschert Beobachtern in Sachsen-Anhalt eine partielle Sonnenfinsternis. Hier einige Tipps für Interessierte.
Halle (dpa/sa) - Wer am Abend des 12. August einen freien Blick nach Westen hat, kann das seltene Schauspiel einer partiellen Sonnenfinsternis erleben. Der Mond verwandelt die Sonne über Sachsen-Anhalt in eine leuchtende Sichel. Nur wenige Stunden danach erreichen die Perseiden, einer der bekanntesten Sternschnuppenströme des Jahres, ihren Höhepunkt.
Beobachtung erfordert freie Sicht nach Westen
Die aktuelle Sonnenfinsternis ist in Teilen Europas als totale Finsternis zu sehen. In Sachsen-Anhalt bleibt die Sonne zwar hinter dem Mond nicht vollständig verborgen, doch auch die partielle Phase verspricht einen eindrucksvollen Anblick: Rund 86 Prozent der Sonnenscheibe werden vom Mond bedeckt. Die tief stehende Sonne ist zugleich die größte Herausforderung. Wer das Ereignis beobachten möchte, braucht einen Standort mit möglichst freier Sicht in Richtung Westen. Hügel, Gebäude oder Bäume können den Blick auf die verfinsterte Sonne verdecken.
Nur mit speziellen Brillen beobachten
Während der partiellen Sonnenfinsternis darf niemals mit bloßem Auge in die Sonne geschaut werden. Für die Beobachtung sind ausschließlich geprüfte Sonnenfinsternisbrillen oder geeignete Sonnenfilter geeignet.
Treffpunkt Lochau bei Halle
Das Planetarium Kanena in Halle bietet für Interessierte einen Beobachtungspunkt außerhalb der Saalestadt. "Treffpunkt ist um 19.00 Uhr, in Lochau (Saalekreis), Elster Brücke, rechte Seite Richtung Burgliebenau, Stellfläche auf dem Elsterflutdamm", sagte der Vorsitzende des Vereins astronomische Station Johannes Kepler Kanena, Bernd Schmidt. Ebenso lädt der Verein vom 3. bis 7. August, täglich ab 21.00 Uhr zur Beobachtung des Sternschnuppenstroms der Perseiden ein.
Gemeinsames Beobachten in Merseburg
In Merseburg bereiten die Sternfreunde eine öffentliche Beobachtung vor. Ab 18.30 Uhr werden am Parkplatz an der Einfahrt zum Flugplatz an der Hans-Grade-Straße/Fischweg Teleskope aufgebaut. In Merseburg beginnt die Finsternis gegen 19.18 Uhr. Besucher können dort mit speziellen Brillen einen sicheren Blick auf das Ereignis werfen. Die maximale Bedeckung wird gegen 20.11 Uhr erreicht. Zum Sonnenuntergang gegen 20.38 Uhr verschwindet die verfinsterte Sonne schließlich am Horizont.
Sternfreunde Aschersleben laden ein
"Die Sonne wird verfinstert untergehen", sagte der Vorsitzende der Sternenfreunde Aschersleben, Roberta Malecha. "Genau dies macht die Beobachtung besonders reizvoll: Die Sonne steht bereits tief am Horizont, das Licht verändert sich und die Landschaft kann in eine ungewöhnliche Stimmung getaucht werden." Die Sternfreunde hoffen auf viele Besucher. Um 18.15 Uhr beginnt im Planetarium eine Einführung in das Himmelsereignis. Ab 19.00 Uhr gibt es die gemeinsame Beobachtung in die Nähe des Planetariums.
Beobachtungsplatz in der Sternwarte Quedlinburg
Auch die Sternwarte Quedlinburg lädt zur Beobachtung ein. Die erhöhte Kuppel der Sternwarte bietet dabei einen besonderen Beobachtungsplatz. Ab 18.00 Uhr können Besucher die Sonne verfolgen. "Etwa 19.16 Uhr fängt die Verdunklung an, eine Stunde später, wenn keine Wolken davor sind, könnte die Bedeckung bei 86 Prozent liegen, eine weitere Stunde später ist dann der Mond dazwischen wieder verschwunden", sagte der Vorsitzende des Vereins der Sternwarte Quedlinburg, Henrik Brücke. "Es sind spezielle Brillen und Sonnenteleskope vorhanden."
Und das Planetarium Halle?
Das Planetarium Halle setzt bei der partiellen Sonnenfinsternis auf Information statt Beobachtung. "Wegen der tief stehenden Sonne ist hier der Standort in der Stadt für eine öffentliche Beobachtung nicht geeignet", erklärte Leiter Dirk Schlesier. Dafür gibt es im Haus unter dem Titel "Energiereiche Lichtphänomene" am 4. und 8. August zwei Sonderveranstaltungen zum Thema. Auch am 12. August sind 11.00 Uhr und 15.30 Uhr zwei Shows im Angebot. Die Besucher erhalten auch Tipps für geeignete Beobachtungsplätze und können Finsternisbrillen für vier Euro erwerben.
Partielle Sonnenfinsternis am 12. August besonders spektakulär
Eine partielle Sonnenfinsternis entsteht, wenn der Mond zwischen Erde und Sonne steht, den Sonnenkörper aber nicht vollständig bedeckt. Im Durchschnitt ist in Sachsen-Anhalt etwa alle 2 bis 3 Jahre eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Die Abstände sind allerdings unregelmäßig - manchmal liegen nur ein Jahr dazwischen, manchmal vier oder fünf Jahre.
Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August 2026 gehört zu den spektakulärsten, weil in etwa rund 86 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt werden - deutlich mehr als bei den meisten partiellen Ereignissen. Die nächste partielle Sonnenfinsternis, die von Sachsen-Anhalt aus sichtbar ist, gibt es am 2. August 2027 mit etwa 38 Prozent Bedeckung von Halle aus gesehen. Totale Sonnenfinsternisse sind dagegen nur etwa alle 300 bis 400 Jahre sichtbar. Die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland war am 11. August 1999.
Perseiden Sternschnuppenstrom erreichen Maximum
Die Perseiden sind etwa vom 17. Juli bis 24. August ein jährlich wiederkehrender Meteorstrom. In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen sie ihren Höhepunkt. Die Sternschnuppen entstehen, wenn die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle durchquert. Die winzigen Teilchen rasen mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre und verglühen als Sternschnuppen oder Meteore.
Die Sternenfreunde Aschersleben laden am 14. August zu einer gemeinsamen Beobachtung der Sternschnuppen im Ringheiligtum Pömmelte ein. Der Ort außerhalb größerer Städte bietet besonders gute Bedingungen für den Blick in den Sternenhimmel.