Sachsen-AnhaltZieschang warnt vor steigender Anzahl junger Extremisten

Innenministerin Zieschang warnt: "Extremistische Ideologien erreichen zunehmend auch Kinder und Jugendliche." Welcher Umgang damit nötig ist, war Thema einer Tagung in Magdeburg.
Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang warnt vor einer zunehmenden Anzahl besonders junger Extremistinnen und Extremisten. Im vergangenen Jahr gab es rund 320 junge Menschen, die dem Linksextremismus zuzuordnen seien und etwa 300 Heranwachsende gehörten rechtsextremen Gruppierungen an, wie es in einer Mitteilung des Innenministeriums in Magdeburg hieß. Die CDU-Politikerin zeigte sich besorgt, dass extremistische Ideologien zunehmend auch Kinder und Jugendliche erreichten.
Die Jugendlichen vernetzten und radikalisierten sich vornehmlich online. "Über soziale Medien, Messenger-Dienste und digitale Plattformen können extremistische Inhalte innerhalb kürzester Zeit verbreitet und gezielt an junge Menschen herangetragen werden", erklärte Zieschang. Der Zuwachs im linksextremen Lager ist nach Ansicht der Verfassungsschützer eine Gegenreaktion auf das Erstarken rechtsextremer Parteien und Jugendgruppen.
Das Thema "Jugend und Extremismus" stand im Zentrum der Herbsttagung des Verfassungsschutzes am Mittwoch in Magdeburg. Rund 130 Vertreter aus Sicherheitsbehörden, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten über die zunehmende Anzahl junger Menschen in verfassungsfeindlichen Gruppen.
Nach Ansicht der Innenministerin sind nicht nur die Sicherheitsbehörden, sondern auch Eltern, Schulen und Vereine gefragt: "Radikalisierungsprävention ist eine gesellschaftliche Aufgabe, der wir uns alle gemeinsam stellen müssen."