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SachsenBis zum Sommer mehr Wolfsattacken in Sachsen gezählt

11.09.2026, 11:40 Uhr
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In diesem Jahr sind bislang mehr Wolfsangriffe auf Nutztiere gezählt worden als im Vorjahr. Dabei hat die Hauptzeit gerade erst begonnen.

Dresden (dpa/sn) - Bis zum Sommer sind in Sachsen mehr Wolfsattacken auf Nutztiere gezählt worden als im Vorjahreszeitraum. Die Schadensstatistik der Fachstelle Wolf beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie listet bis Ende Juli 73 Fälle auf, in denen "hinreichend sicher" der Wolf als Verursacher gilt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 57 Fälle. Betroffen sind vor allem die Landkreise Bautzen und Görlitz.

Die Zeit, in der sich die meisten Wolfsrisse ereignen, hat dabei gerade erst begonnen. Den Statistiken zufolge sind das die Monate September und Oktober. Im Herbst sind die Wolfswelpen ungefähr drei Monate alt und haben einen erhöhten Nahrungsbedarf.

200 getötete Tiere

Die Zahl der bei den Wolfsangriffen getöteten Tiere liegt bisher leicht über der des Vorjahres. Zumeist handelt es sich dabei um Schafe, aber auch Ziegen, Rinder und andere Tiere. Von Januar bis Juli 2026 wurden 200 getötete Tiere gezählt. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es 197 tote Tiere. Im gesamten Jahr 2025 wurden 161 Wolfsattacken gemeldet, bei denen 431 Tiere getötet wurden.

Immer wieder ereignen sich Wolfsangriffe, bei denen viele Tiere auf einmal umkommen. So wurden Anfang Februar in Neißeaue im Kreis Görlitz 17 tote Schafe gezählt. Mitte Juni wurden in Wittichenau im Kreis Bautzen 12 Schafe gerissen.

Nach Angaben der Schadensstelle Wolf erfüllten die betroffenen Halter die Mindestvorgaben für den Schutz ihrer Tiere, teils aber auch nicht. Bei Schafen und Ziegen müssen Elektrozäune mindestens 90 Zentimeter hoch sein und 2.000 Volt Spannung haben. Bei Festzäunen ist eine Höhe von mindestens 120 Zentimetern erforderlich. Die Einhaltung des Mindestschutzes ist die Voraussetzung dafür, dass Tierhalter nach Wolfsangriffen entschädigt werden.

Sachsen gehört zu den wolfreichen Bundesländern

Sachsen zählt nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz nach Brandenburg und Niedersachsen zu den wolfsreichsten Bundesländern. In Deutschland leben laut aktuellem Monitoring 219 Wolfsrudel, die meisten davon mit je 54 in Brandenburg und Niedersachsen sowie 35 in Sachsen. Dazu kommen bundesweit 43 Wolfspaare und 14 sesshafte Einzeltiere. Neue Zahlen des Monitoringjahres 2025/2026 werden im Herbst veröffentlicht.

Quelle: dpa

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